Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Archiv > 2019 > Oktober > Kleine Pflaster für große Athleten: Sportmedizin

Kleine Pflaster für große Athleten: Sportmedizin

Große und kleine Wehwehchen bleiben bei einer Sport-Großveranstaltung wie den 7. CISM Military World Games in Wuhan / China leider nicht aus. Damit die rund 370 Sportlerinnen und Sportler der Bundeswehr optimal medizinisch versorgt werden können, ist unter der Leitung von Oberfeldarzt Dr. Christoph Holtherm ein Team von vier Ärzten und elf Physiotherapeuten vor Ort in China.

Oberfeldarzt Dr. Holtherm und ein Physiotherapeut untersuchen eine Patientin.
Direkte Behandlung vor Ort in Wuhan: Dr. Holtherm (li.) und sein Team kümmern sich um alle Athletinnen und Athleten der Bundeswehr-Delegation. (Quelle: Bundeswehr/Döhring)Größere Abbildung anzeigen

Wir bieten fixe Sprechstunden an und sind natürlich 24/7 erreichbar. Auch in der Nacht hat stets ein Arzt Notdienst; wir sind immer für unsere Patienten da,“ so Oberfeldarzt Dr. Holtherm. Nach Rio, Indien und Südkorea betreut er in China seine mittlerweile vierten Military World Games und bringt daher schon einiges an Erfahrungen mit. Als Abteilungsleiter A am Zentrum für Sportmedizin in Warendorf ist er regulär als Truppenarzt für alle 800 Spitzensportler und -sportlerinnen der Bundeswehr zuständig.

Für alle Notfälle gerüstet

Dr. Holtherm begutachtet ein Medikament.
Wenn man 370 Sportlerinnen und Sportler zu versorgen hat, fällt die Reiseapotheke etwas größer aus. (Quelle: Bundeswehr/Döhring)Größere Abbildung anzeigen

Sein Apartment des „Military Athlete Village“ in Wuhan ist zum improvisierten Behandlungszentrum umfunktioniert – Massageliegen stehen dicht an dicht im Aufenthaltsbereich, ein Schlafzimmer wird als Sprechzimmer genutzt. Im Arztzimmer von Dr. Holtherm stapelt sich zudem alles, was bei den Military World Games an Medikamenten für die Bundeswehr-Delegation notwendig sein könnte. Neben Alltagserleichterungen wie Mückenschutzspray, Blasenpflastern und Lutschtabletten hält das medizinische Team auch speziell sportmedizinische Salben, Eissprays und Bandagen vor. Natürlich entsprechen sämtliche Medikamente streng den Anti-Doping-Richtlinien.
Auch die Physiotherapeutinnen und -therapeuten bieten geregelte Behandlungszeiten an –  sei es für „Entmüdungsmassagen“ nach einem besonders anstrengenden Training, Kleben von Tapes oder für gezielte manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung. „Etwa die Hälfte der Physiotherapeuten betreuen in Deutschland die Sportfördergruppen der Bundeswehr. Das hat den Vorteil, dass sie ‚ihre Spitzensportler‘ schon kennen. Aber durch die Behandlung von anderen Sportarten lernen sie hier auch andere, neue Verletzungsmuster kennen“, erklärt Dr. Holtherm.

Erstklassige medizinische Versorgung

Dr. Holtherm und ein Physiotherapeut behandeln einen Athleten auf einer Liege.
Manuelle Therapien werden nur auf ärztliche Anweisung durchgeführt – eine eingehende vorherige Untersuchung ist Pflicht. (Quelle: Bundeswehr/Döhring)Größere Abbildung anzeigen

Für den Fall, dass ein größerer Notfall zu behandeln ist, steht auf dem Gelände des Athletendorfes außerdem ein voll ausgerüstetes Medial Center zur Verfügung. Sollten all diese medizinischen Qualitäten nicht ausreichen, wird in einem nahegelegenen Krankenhaus eine gesamte Abteilung nur für Patienten von den Military World Games vorgehalten. Gleich nach seiner Ankunft in Wuhan hat Dr. Holtherm das Krankenhaus besichtigt: „Die Ausstattung ist wirklich extrem gut, ebenso wie die des Medial Center im Athletendorf. Immerhin haben circa die Hälfte der Nationen kein eigenes Ärzteteam dabei.“

Monatelange Planung

Mit der Vorbereitung der medizinischen Versorgung bei den 7. Military World Games hat Dr. Holtherm schon zu Jahresanfang 2019 begonnen. Zusammen mit der Abteilung. „Medical Intelligence“ des Kommandos Sanitätsdienst hat er für alle Sportteams ein Faltblatt mit sämtlichen notwendigen Informationen rund um medizinische Risiken zusammengestellt. Dazu gehörten Impfempfehlungen sowie Details zu Temperaturen und Wetterlage – immerhin sollten Sportler, Trainer und Begleitpersonal wissen, was sie in China erwartet. Im allgemein- und sportmedizinischen Bereich ist die Bundeswehr-Delegation also auf alles vorbereitet – auch, wenn natürlich alle Teilnehmenden hoffen, dass nichts davon notwendig sein wird.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 23.10.2019 | Autor: 


https://www.streitkraeftebasis.de/portal/poc/streitkraeftebasis?uri=ci%3Abw.skb_piz.servic.archiv.2019.oktober&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB040000000001%7CBH8BN9743DIBR