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Schneekatastrophe in Süddeutschland – Die Bundeswehr hilft

Die Schneekatastrophe in Bayern ist auch eine erste Bewährungsprobe für die Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Erhebliche Neuschneemengen mit bis zu vier Metern Höhe in Teilen von Bayern und Sachsen haben den öffentlichen Verkehr zusammenbrechen lassen. In den bayerischen Alpen wurde die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen, mit weiteren erheblichen Schneefällen ist zu rechnen.

Zwei Soldaten befreien ein Dach vom Schnee.
Soldaten bei der Schneeräumung des Daches der Rettungsstation Miesbach (Quelle: Bundeswehr/Eins-/AusbZ TrgTWes 230)

In Miesbach wurde von ziviler Seite der Katastrophenfall ausgerufen, in Berchtesgaden leistete das Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen Eilhilfe mit drei Überschneefahrzeugen „Hägglund“. Diese wurden eingesetzt, um etwa 30 Schülerinnen und Schüler, die in den Schneemassen eingeschlossen waren, zu evakuieren. Am 10. Januar hat die Bundeswehr für Dienststellen im Großraum Bayern Militärischen Katastrophenalarm Stufe I (MilKATAL Stufe I) ausgelöst.

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Hilfe bei der Evakuierung und Räumung

Etwa sieben Soldaten räumen Schnee von einem großen Dach.
Auch das Dach der Grund- und Mittelschule Miesbach musste vom Schnee befreit werden. (Quelle: Bundeswehr/Eins-/AusbZ TrgTWes 230)Größere Abbildung anzeigen

Durch die Auslösung des MilKATAL I kann die Bundeswehr noch schneller auf Hilfeleistungsanträge von Kommunen reagieren und nach deren Genehmigung mit Soldatinnen und Soldaten bei der Bewältigung der Schneemassen und plötzlich auftretenden Gefahrensituationen für Leib und Leben unterstützen. Die Koordination der militärischen Unterstützung erfolgt in der Operationszentrale (OpZ) des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin. In mehreren Schichten ist diese Operationszentrale 24 Stunden an sieben Tagen der Woche einsatzbereit und sofort reaktionsfähig.

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Koordination in der Operationszentrale

Soldat am Telefon liest ein Dokument.
Oberstleutnant Nico Haefke leitet die Operationszentrale in der Berliner Julius-Leber-Kaserne (Quelle: Kdo TA/Pampuch)Größere Abbildung anzeigen

In der OpZ werden eingehende Hilfeleistungsanträge der Kommunen geprüft, bewertet und beschieden. Verlaufen Prüfung und Bescheid positiv, werden Dienststellen der Bundeswehr ohne Verzögerung angewiesen, die Kommunen mit Personal und Material zu unterstützen. Daneben bilden die Soldatinnen und Soldaten der OpZ in der Berliner Julius-Leber-Kaserne jederzeit das Lagebild ab, das in den betroffenen Regionen herrscht.

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Adäquate und professionelle Hilfe durch die Bundeswehr

Zwei Soldaten stehen auf einer Steigerplattform und befreien ein Dach vom Schnee.
Mit Hilfe eines mobilen Steigers befreien die Soldaten das Dach der Rettungsstation Miesbach (Quelle: Bundeswehr/Eins-/AusbZ TrgTWes 230)Größere Abbildung anzeigen

Die professionelle Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landeskommandos ermöglicht eine effektive Amtshilfe der eingesetzten militärischen Kräfte. Alle Soldatinnen und Soldaten und zivilen Angehörigen der Operationszentrale sind erfahren und in den Verfahren der Amts- und Katastrophenhilfe erprobt. So können sich die Kommunen, die der Unterstützung bedürfen, sicher sein, jederzeit auf Antrag adäquate und professionelle Hilfe der Bundeswehr zu erhalten. Nicht zuletzt hierdurch wird das Vertrauensverhältnis in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit weiter gestärkt.

Hintergrund: Militärischer Katastrophenalarm (milKATAL)

Der Militärische Katastrophenalarm (MilKATAL) umfasst zahlreiche Maßnahmen des Krisen- und Alarmplans der Bundeswehr. Da er keine NATO-Maßnahme ist, wird der nicht vom Bundesministerium der Verteidigung, sondern vom Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (KdoTerrAufgBw) in Berlin ausgelöst.

Es gibt drei Stufen des MilKATAL: Die Auslösung beginnt mit KATAL Stufe 1 „Vorwarnung“. In dieser Stufe werden die alarmierten Dienststellen der Bundeswehr aktiviert und melden ihren verfügbaren Bestand an Personal und Material. Permanent erreichbare Ansprechpartner der Dienststellen werden benannt, aber auch schon konkrete Einzelmaßnahmen getroffen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Verpflegung durch das Verpflegungsamt der Bundeswehr.

Bei KATAL Stufe 2 „Voralarm“ bereiten sich die alarmierten Dienststellen der Bundeswehr auf ihre Verlegung vor. Vorkommandos müssen jetzt innerhalb von 30 Minuten abmarschbereit sein.

Bei KATAL Stufe 3 „Vollalarm“ stellen alle alarmierten Dienststellen ihre Einsatz- und Verlegebereitschaft (innerhalb von 30 Minuten) her.

HintergrundInformation
Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, trägt als Nationaler Territorialer Befehlshaber die Verantwortung für den Einsatz der Bundeswehr Unterstützungskräfte in der Schneelage 2019.
Für die Wahrnehmung der nationalen Führungsaufgabe stützt sich der Inspekteur der Streitkräftebasis auf das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin, von dem das Landeskommando Bayern geführt wird. Dieses wiederum aktivierte die Kreisverbindungskommandos der Landkreise.
Den taktischen Einsatz vor Ort führt seit dem 11. Januar die Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall.

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Stand vom: 16.01.2019 | Autor: 


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