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Neue Struktur der Reserve: Auftakt für das Landesregiment Bayern

In München ist das Pilotprojekt Landesregiment vorgestellt worden. Von April 2019 bis Ende 2021 testet das Landeskommando Bayern mit dem Reservistenverband, ob die Regimentsstruktur sich für einen leistungsfähigen Heimatschutz bewährt.

Reservist auf der Hindernisbahn.
Die drei fränkischen RSU-Kompanien werden in das neue Landesregiment integriert. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Bayern stellt als erstes Bundesland ein Landesregiment auf. Das aus beorderten Reservisten bestehende Regiment dient dem Heimatschutz, der Katastrophenhilfe und dem Host Nation Support. In einem Pilotprojekt wird das Regiment zum 1. April 2019 aufgestellt. Es untersteht dem Landeskommando Bayern und wird bis 2021 erprobt. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zu einer leistungsfähigen Struktur für die Territoriale Reserve zu gewinnen und zu bewerten, um bei Erfolg deutschlandweit Landesregimenter in anderen Bundesländern aufzustellen.

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Auftaktveranstaltung auf dem Campus Neubiberg

Staatssekretär am gestikuliert am Rednerpult.
„Der Hintergrund ist ernst: Die Sicherheitspolitische Lage hat sich verändert“, erklärte Thomas Silberhorn. (Quelle: LKdoBY/Becker)Größere Abbildung anzeigen

Hochrangige Vertreter von Bundeswehr, Bundesministerium der Verteidigung, bayerischer Landesregierung und Reservistenverband kamen an der Universität der Bundeswehr München zusammen, um das Pilotprojekt Landesregiment vorzustellen. Zahlreiche Reservisten aus Süddeutschland sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft, sowie Vertreter der Blaulichtorganisationen, die mit der Bundeswehr in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit interagieren, besuchten die Auftaktveranstaltung auf dem Campus Neubiberg.

„Der Hintergrund ist ernst: Die Sicherheitspolitische Lage hat sich verändert“, erklärte Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, in seinem Grußwort. Die neue Lage führe dazu, dass man sich wieder intensiver dem Thema Landes- und Bündnisverteidigung widmen müsse. Silberhorn betonte, die Neuausrichtung der Reserve sei ein Instrument der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Diese ist im "Weißbuch 2016" detailliert niedergelegt.

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Videobeitrag

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Aus drei RSU-Kompanien wird ein Landesregiment

In das Landesregiment in Bayern mit seiner Gesamtstärke von rund 500 Reservisten werden die drei bereits bestehenden Kompanien der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) integriert: Die RSU-Kompanien Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken. Der Regimentsstab wird seinen Sitz in der Münchner Fürst-Wrede-Kaserne haben und Brigadegeneral Helmut Dotzler unterstellt, dem Kommandeur des Landeskommandos Bayern. RSU-Kräfte sichern militärische Einrichtungen und Liegenschaften, aber auch zivile Einrichtungen. Sie leisten Hilfe bei Katastrophen und schweren Unglücken und unterstützten die aktive Truppe. Bundesweit gibt es 30 RSU-Kompanien, sieben davon in Bayern.

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Gemeinsames Projekt von Streitkräftebasis und Reservistenverband

Bohrer spricht zum Auditorium
Für Generalleutnant Peter Bohrer ist die Reserve unverzichtbar. (Quelle: LKdoBY/Becker)Größere Abbildung anzeigen

„Die Reserve ist eine wichtige und wertvolle Unterstützung, auf die die Bundeswehr nicht verzichten kann und verzichten will“, sagte Generalleutnant Peter Bohrer, stellvertretender Inspekteur der Streitkräftebasis, bei der Veranstaltung in München. „Die Reserve bleibt auch in Zukunft für die Landes- und Bündnisverteidigung und den Heimatschutz unverzichtbar.“

Das Landesregiment ist ein gemeinsames Projekt von Streitkräftebasis und dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.. Verbandspräsident Oswin Veith (MdB) hatte das Projekt bereits 2016 ins Gespräch gebracht. Er zeigte sich in seiner Ansprache hochzufrieden und versprach, der Verband werde mit seiner Expertise helfen, den Piloten zum Erfolg zu führen. Eine Herausforderung werde es in den kommenden zwei Jahren, das Personal für die Stabs- und Versorgungskompanie zu rekrutieren.

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Reservisten bauen Brücken in die Gesellschaft

Herrmann spricht vor Bayerischer Flagge.
Florian Herrmann (MdL) will das Potenzial der Reserve noch besser nutzen. (Quelle: LKdoBY/Becker)Größere Abbildung anzeigen

Regionalität sei einer der Schlüssel zum Erfolg des Projekts Landesregiment, betonten alle Redner der Auftaktveranstaltung. Florian Herrmann (MdL), Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, sicherte die umfängliche Unterstützung der bayerischen Staatsregierung für das Landesregiment zu. Herrmann sagte: „Für Bayern als Reservistenland Nummer eins steht fest: Wir wollen das Potenzial der Reserve noch besser nutzen.“ Zugleich würdigte er die Reserve auch in ihrer gesellschaftlichen Funktion: „Reservisten bauen Brücken zwischen unseren Truppen und der Zivilgesellschaft.“ Die Verankerung der Reservisten in der Heimat und ihre Funktion als Multiplikatoren führe dazu, mehr Bürger zu motivieren, sich in der Reserve für den Heimatschutz zu engagieren.

Generale und Politiker posieren nebeneinander.
Hochrangige Vertreter aus Bundeswehr und Politik stellten das Pilotprojekt Landesregiment gemeinsam vor. (Quelle: LKdoBY/Becker)Größere Abbildung anzeigen

Nachhaltige Unterstützung und Impulse erhält das Projekt auch vom Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, dem die Landeskommandos und damit auch das Landesregiment unterstellt sind. Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur des Kommandos für Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, zeigte sich bei der Auftaktveranstaltung zuversichtlich: „Mit der Aufstellung eines Landesregiments wird ein weiterer, konsequenter Schritt hin zu belastbaren Strukturen im Rahmen des Heimatschutzes getan.“ „Das Zusammenfassen von drei RSU-Kompanien unter einem Dach mache den Schutz der Heimat zukünftig vielleicht effizienter, auf jeden Fall effektiver. Die Aufstellung trage zur militärischen, vor allem aber auch zur gesellschaftlichen Resilienz Deutschlands bei.“

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Stand vom: 19.12.2018 | Autor: 


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