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Zivile Rettungswagen starten von Husumer Kaserne aus

Husum, 02.09.2009.
Es beginnt damit, dass in der Rettungswache Husum nur noch warmes Wasser aus den Leitungen fließt. Und es findet sein gutes Ende in dem vorläufigen Umzug von Rettungssanitätern und Fahrzeugen in die Julius-Leber-Kaserne in Husum.

In der Fahrzeughalle der alten Apotheke in der Julius-Leber-Kaserne zeigen schwarz-gelbe Markierungen die Stellplätze für Fahrzeuge. Orangene Stromkabel an jeder Parkbucht warten darauf, dass Rettungswagen in den Zeiten zwischen zwei Einsätzen zum Aufladen der medizinischen Gerätschaften ans Netz gehen. Zwischen den Kompanien des Spezialpionierbataillons 164 ist die Husumer Rettungswache für absehbar zehn Wochen in ein provisorisches Heim gezogen. Vier Rettungsfahrzeug und eine Mannschaft von bis zu 32 Frauen und Männern.

Der Wachleiter der Rettungswache Husum, Georg Nissen, zwischen den Rettungssanitätern Frank Henkens (hinten) und Sven Rönn im Ausweichbüro des Dienstes in der Husumer Julius-Leber-Kaserne.
Der Wachleiter der Rettungswache Husum, Georg Nissen. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

In großer Not gewesen

„Wir waren wirklich in großer Not“, sagt Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. Vor einigen Tagen sei klar geworden, dass die zivile Rettungswache in Husum Bauschäden an Wasserrohrleitungen aufweist, die eine Sanierung und einen Umzug in ein Ausweichquartier notwendig machen. Eine Anfrage beim Spezialpionierbataillon 164 und das damit verbundene Amtshilfeersuchen des Landkreises habe buchstäblich über Nacht eine Lösung des Problems gebracht.

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Die Rettungswache Husum an der Schleswiger Chaussee ist wegen mehrfachen Wasserrohrbruches nicht zu benutzen
Die Rettungswache Husum. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

Räumlichkeiten ideal

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Thomas Groeters nennt die Hilfe „selbstverständlich“ – und das nicht nur, weil die Spezialpioniere auf dem Gelände der Kaserne einen Stützpunkt für zivil-militärische Zusammenarbeit aufbauen. Denn „der Fokus unseres Bataillons ist nun mal meist außerhalb Schleswig-Holsteins und sogar Deutschlands“, sagt Groeters. Im Schnitt seien ständig einhundert bis zweihundertfünfzig Soldaten seines Bataillons im Auslandseinsatz. Aber bei der Bitte des Landkreises, eine vorläufige Herberge für die Rettungswache zur Verfügung zu stellen, habe alles gepasst, denn das Gebäude der früheren Apotheke in der Julius-Leber-Kaserne sei zurzeit noch nicht wieder genutzt und sei von den Räumlichkeiten her ideal geschnitten.

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Der Betrieb läuft auch hier: Vor der Ausweichwache des Rettungsdienstes in der Julius-Leber-Kaserne in Husum.
Der Betrieb läuft auch hier. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

Schnell und beispielhaft geholfen

„Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, erklärt Landrat Harrsen lachend. Er wolle ausdrücklich loben, wie schnell und wie beispielhaft die Bundeswehr geholfen habe: „Ganz, ganz herzlichen Dank dafür.“ Der Schaden in der Rettungswache an der Schleswiger Chaussee beträgt etwa 80 000 Euro. „Das ist aber nur eine vorläufig geschätzte Summe“, betont Stephanie Ladwig, Juristin in der Kreisverwaltung. Gutachter seien damit beauftragt worden, eine mögliche Haftung von Baufirmen zu beurteilen.

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Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen und der Kommandeur des Spezialpionierbataillons 164 vor der Ausweichwache des Husumer Rettungsdienstes in der Julius-Leber-Kaserne.
Zufrieden mit der gefundenen Lösung. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

Vorräte in ziviler Wache ergänzen

Wachleiter Georg Nissen pendelt nun zwischen der Julius-Leber-Kaserne und der Wache an der Schleswiger Chaussee: „Wir haben in der Wache unsere Apotheke, Verbandmaterial und den Sauerstoff. Zum einen müssen wir darauf aufpassen; zum anderen müssen wir immer wieder die Vorräte der Rettungswagen ergänzen.“

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Der Wachleiter der Rettungswache Husum, Georg Nissen, auf der Baustelle in seiner zivilen Wache.
Der Wachleiter der Rettungswache Husum. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

Zwanzig Kubikmeter versickert

In dem zurzeit nicht benutzbaren Gebäude an der Schleswiger Chaussee deutet Nissen auf ein Stück Rohr am Fußboden. „Das ist ein sehr innovatives Patent gewesen – leider hat es nicht gehalten.“ 1996 waren beim Bau der Rettungswache Wasserleitungen mit einem Aluminiumkern verlegt worden. Allerdings hatten sie nicht dem Druck standgehalten. „Zuerst kam plötzlich nur noch warmes Wasser aus den Leitungen“, erzählt Nissen. Handwerker hätten dann festgestellt, dass die Wasserrohre im Fußboden an drei Stellen gebrochen waren. „Durch die Verbrauchswert-Vergleiche haben wir dann gesehen, dass etwa zwanzig Kubikmeter Wasser versickert waren.“ Das machte sich schnell im Raumklima bemerkbar. Sämtliche Leitungen müssen erneuert und teils auf anderen Trassen verlegt werden.

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(von links): Stephanie Ladwig (Amt für Recht und Sicherheit), Jan Noelle (stellvertretender Leiter des Rettungsdienstes), Sebastian Schildger (Verwaltung des Rettungsdienstes), Frank Henkens (Rettungssanitäter), Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen, Sven Rönn (Rettungssanitäter), Major Nils Winkler (stellvertretender Kommandeur Spezialpionierbataillon 164) und Oberstleutnant Thomas Groeters (Kommandeur Spezialpionierbataillon 164 und Standortältester).
Zivil-militärische Kooperation in Sachen Rettungsdienst. (Quelle: Bundeswehr/ Hartmann-Moritzen)Größere Abbildung anzeigen

Rettungsassistenten zufrieden

Die Rettungsassistenten, die es sich in der Julius-Leber-Kaserne gemütlich gemacht haben, zeigen sich zufrieden: „Räume, Mobiliar und Ausstattung sind prima. Die Bundeswehr hat uns an allen Ecken und Enden sehr geholfen“, sagt Frank Henkens. Umkleideraum, Büro, Aufenthaltsraum, Toiletten und Duschen – alles bereitgestellt. „Wir kommen hier gut klar“, sagt auch Henkens’ Kollege Sven Rönn, der nun von der alten Apotheke in der Kaserne aus am Laptop die Rechnungen für Kostenträger schreibt. Wenn die zivilen Retter ausrücken, wird auch die militärische Wache alarmiert, damit sich schnell die Schranken öffnen. Das wird in den kommenden Tagen häufig der Fall sein. Auf die Frage, wie viele Einsätze die zivilen Retter in diesem Jahr bis Ende August schon absolviert haben, sagen Rönn und Henkens: „Fast zwanzigtausend ...“

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Stand vom: 02.09.2009 | Autor:

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