Mathe im Alltag: AGeoBw bei Schulprojekt
Euskirchen, 14.11.2009.
Mathe muss nicht trocken sein. Das erfuhren Anfang November 13 Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe des Euskirchener Emil-Fischer-Gymnasiums. Unter fachkundiger Anleitung von Vermessungssoldaten des Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw) lernten sie in einer Projektwoche, dass es für die abstrakten Winkel- oder Dreiecksfunktionen aus dem Matheunterricht durchaus praktische Anwendungen gibt. Die Aktion führte eine Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem AGeoBw aus dem vorigen Jahr fort.

Trotz aller Praxisorientiertheit begann der erste Projekttag mit einer theoretischen Einführung ins Arbeitsgebiet der Vermessung und Geodäsie. Anhand einiger Beispiele erläuterte Oberleutnant Sebastian Telzer die Aufgaben der Einsatzvermesser und allgemein die Arbeitsbereiche eines Vermessungsingenieurs.
„Wir tun im Wesentlichen das Gleiche wie jeder zivile Vermessungstrupp auch. Denn im Prinzip ist es egal, ob man den Gefahrenbereich einer Schießbahn auf einem Truppenübungsplatz oder die Grundstücksgrenzen in einem Neubaugebiet vermisst“, erläuterte Telzer. Die vorgestellten Techniken seien also keineswegs auf den militärischen Bereich beschränkt.
Danach ging es schnell ins „Eingemachte“, als der studierte Geodät die mathematischen Grundlagen der Vermessungsarbeit umriss – ein theoretischer Crashkurs, um den Schülern das nötige Hintergrundwissen für die praktische Arbeit zu vermitteln.

Vermessung des Schulgebäudes
Am zweiten Tag stand die praktische Messarbeit im Freien auf dem Programm: Bei Wind und Regen lernten die Jugendlichen an drei Stationen auf dem Schulgelände unterschiedliche Vermessungstechniken kennen und übten sich in der Anwendung der Messgeräte.
Aus den – hoffentlich genau ermittelten – Daten sollte nach Auswertung und Aufbereitung an den folgenden Tagen ein 3D-Modell der Schule entstehen. Wobei sich den Projektteilnehmer mitunter scheinbar unlösbare Aufgaben stellten: „Wo bekomme ich denn jetzt die Länge dieser Stecke her? Die haben wir doch gar nicht gemessen!“ Die Lösung lautete in diesem Fall „mit Hilfe von Pythagoras“ und stellte sich denn auch wenige Rätselminuten später ein. Ebenso wie die Einsicht der Schülerinnen und Schüler, dass die Mühen der vorangegangenen Mathestunden doch nicht umsonst waren: Es gibt reale Anwendungen für die gelernten Formeln und Techniken!
Ebenso wurde den Teilnehmern im Laufe der Auswertungen klar, wie bedeutend zuvor unbemerkt gebliebene Messfehler sein können. Da hieß es denn auch schon mal: Jacken an und draußen neu messen, um Fehler zu korrigieren.

Zeigen, was man geschafft hat
Die Ergebnisse ihrer Arbeit im Freien wie am Computer, mit Messgeräten und Pythagoras präsentierten die Projektteilnehmer schließlich am Samstag während des Tags der offenen Tür im Emil-Fischer-Gymnasium: Im Foyer des Schulgebäudes konnten sie den anderen Schülern, den Eltern und Lehrern die praktischen Anwendungen der Mathematik „im wirklichen Leben“ näherbringen, die sie mit Unterstützung der Vermessungsprofis des AGeoBw kennengelernt hatten
Bilder
Vermessungsgruppe auf dem Schulhof (Quelle: Bundeswehr/Wiede)
Größere Abbildung anzeigenOberfeldwebel Wenzel mit seiner Grupppe (Quelle: Bundeswehr/Wiede)
Größere Abbildung anzeigenSchüler beim Vermessen (Quelle: Bundeswehr/Wiede)
Größere Abbildung anzeigenFeldwebel Leppert am Messgerät (Quelle: Bundeswehr/Wiede)
Größere Abbildung anzeigenBei der Auswertearbeit rauchen die Köpfe (Quelle: Bundeswehr/Wiede)
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