Vogelschlagexperte für Deutschland
Traben-Trarbach, 16.01.2009.
Es ist ein Horrorszenario, das gerade in New York Wirklichkeit wurde: Ein Passagierflugzeug gerät in einen Vogelschwarm: totaler Triebswerksausfall - die Maschine stürzt ab. Eine Notwasserung verhindert Schlimmeres.

In Deutschland kümmert sich ein Experte der Bundeswehr darum, dass so etwas nicht passiert: Oberstleutnant Dr. Heinrich Weitz vom Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw), einer Dienststelle der Streitkräftebasis. Er kümmert sich nicht nur um militärische Flugplätze und Jets, sondern hat auch eine feste Funktion im „Deutschen Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr“ (DAVVL), der für den gesamten deutschen Flugverkehr zuständig ist.

Radarsystem hilft
„Weltweit einmalig“ kann die Bundeswehr das militärische Radarsystem zur Luftabwehr nutzen, um große Vogelschwärme zu entdecken und in Echtzeit zu verfolgen, so Weitz. Kollidiert die Zugbewegung mit militärischen Flugplänen, kann Weitz ein Flugverbot erlassen. An die zivile Luftfahrt gibt er Informationen und Warnungen weiter.

Biotop-Management
Zum anderen sorgt der studierte Biologe Weitz mit seinem Dezernat durch gezieltes Biotop-Management dafür, dass sich die Vögel nicht auf Flugplätzen und in deren Umgebung niederlassen. Das heißt zum Beispiel: Beerentragende Sträucher entfernen, die als Nahrungsquelle dienen. Momentan hat er Geilenkirchen kritisch im Blick: Nahe der dort stationierten AWACS-Flotte der Nato haben sich viele Kanada-Gänse niedergelassen. Die sehr großen Tiere führten 1995 schon einmal zum Absturz einer baugleichen Maschine in Alaska.
