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Mehr Verantwortung als im zivilen Beruf

Euskirchen, 08.04.2009.
„Bei der Bundeswehr wird mir deutlich mehr Verantwortung zugetraut und übertragen“, Nadine Weng muss nicht lange überlegen, wenn man sie nach dem größten Unterschied zwischen zivilem und militärischem Berufsalltag fragt. Die 21-Jährige ist seit Ende 2008 als Vermessungsfeldwebel in Euskirchen tätig: im Dezernat Einsatzvermessung beim Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw).

„Hier gibt es zudem ein wesentlich weiteres Aufgabenspektrum, und man wird weltweit eingesetzt“, führt die junge Soldatin einen weiteren Unterschied an. So ist sie mit ihren bundeswehrweit insgesamt 33 Kollegen etwa dafür zuständig, auf Flugplätzen durch regelmäßige Vermessungen mögliche Luftfahrthindernisse wie zu hohe Bäume ausfindig zu machen, die den An- oder Abflug gefährden könnten. In Afghanistan können es dann wiederum Brücken auf Patrouillen- oder Nachschubwegen sein, die vermessen werden müssen, um eine sichere Auftragserfüllung zu gewährleisten.

Auf Stativ: Vermessungsgerät mit Tastatur und runder Satellitenantenne.
Satellitengenaue Messungen dank GPS. (Quelle: PIZ SKB/ Faller)Größere Abbildung anzeigen

Modernste Technik hilft bei der Arbeit

Für diese Lage- oder Höhenmessungen arbeiten die Vermesser der Bundeswehr nicht mehr nur mit extrem feinen optischen Instrumenten. Genau wie im zivilen Handwerk hat mittlerweile auch beim Militär modernste Technik Einzug gehalten. So setzt man heute etwa auf so genannte elektronische Tachymeter, die die Richtung zu einem Zielpunkt selbstständig bestimmen können, oder Satellitenmessverfahren, die mit Hilfe von GPS und anderen Systemen arbeiten. Die gewonnenen Messdaten werden anschließend am Laptop oder Computer ausgewertet und zum Erstellen oder Aktualisieren von entsprechenden Plänen oder Karten verwendet.

Die Vermessungsfeldwebel der Bundeswehr bereiten die Messvorhaben vor, führen sie vor Ort durch und werten anschließend auch die Ergebnisse aus. Der zuständige Ingenieur hat beim Geoinformationsdienst vor allem die Aufgabe, die Ergebnisse zu prüfen und freizugeben. „Das ist bei einem zivilen Vermessungstechniker meist alles so nicht gegeben“, erläutert die Zeitsoldatin: „Was dort ein Ingenieur mit Fachhochschulabschluss übernimmt, das fällt bei der Bundeswehr zum Teil bereits in den Verantwortungsbereich eines Vermessungsfeldwebels, der so bei den Einsätzen im In- und Ausland wesentlich selbstverantwortlicher arbeiten kann.“

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Ein Uniformierter Soldat schaut durch ein elektronisches Vermessungsgerät mit Tastatur und Display.
Gelernt ist gelernt: Vermessen mit modernster Technik. (Quelle: PIZ SKB/ Faller)Größere Abbildung anzeigen

Umfassendere Kenntnisse über die Geowissenschaften

Neben dieser größeren Eigenverantwortung und dem erweiterten Einsatzspektrum sieht Nadine Weng in ihrer Tätigkeit beim Geoinformationsdienst der Bundeswehr noch einen anderen großen Vorteil: „Hier bekommt man während seiner Arbeit auch Grundkenntnisse aus allen anderen Bereichen der Geowissenschaften vermittelt, angefangen von der Meteorologie bis hin zur Geologie.“ Dazu gibt es gleich zu Beginn der Fachausbildung einen Einweisungslehrgang in die insgesamt 18 verschiedenen Bereiche des Dienstes, denn auch später hat man immer wieder mit Kollegen der anderen Disziplinen zu tun.

Bei aller Begeisterung für diese fachlichen Seiten ihrer Tätigkeit und die damit verbundenen Vorteile betont die junge Frau gleichzeitig nachdrücklich: „Man muss sich jedoch immer darüber im Klaren sein, dass man ein Soldat ist.“ Das war auch ein Grund, warum sie sich nach der zivilen Ausbildung zur Vermessungstechnikerin als Zeitsoldatin auf zwölf Jahre verpflichtet hat. Ihr Interesse für die Bundeswehr sei bereits jedoch in der Schulzeit während eines allgemeinen Berufspraktikums in der neunten Klasse geweckt worden, so die gebürtige Kölnerin.

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Junge Soldatin in Uniform sitzt am Schreibtisch; hinter ihr an der Wand: eine große Landkarte.
Vermessungsfeldwebel Nadine Weng im AGeoBw in Euskirchen. (Quelle: Albrecht Müller)Größere Abbildung anzeigen

Zunächst zivile Ausbildung als Vermessungstechnikerin

Nach ihrem Realschlussabschluss entschied sich Weng, deren Vater Berufssoldat bei der Luftwaffe ist, zunächst für eine dreijährige Ausbildung zur zivilen Vermessungstechnikerin beim Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen in Bonn. „Unter anderem lagen schon in der Schule meine Stärken immer in den Fächern Erdkunde und Mathematik“, erinnert sich die 21-Jährige heute. Als sie dann von ihrem Ausbilder erfuhr, dass der Geoinformationsdienst der Bundeswehr Personen mit ihrem Abschluss einen qualifizierten Arbeitsplatz biete, informierte sie sich über die Karrieremöglichkeiten.

2006 stand ihr Entschluss schließlich fest, sich bei der Truppe für die Laufbahn des Vermessungsfeldwebels zu bewerben. Nachdem sie 2007 als Feldwebelanwärter eingestellt worden war, durchlief sie zunächst die militärische Ausbildung mit allen entsprechenden Lehrgängen. Im vergangenen Jahr startete die fachliche Ausbildung beim Geoinformationsdienst, während der sie im Dezember zum Feldwebel befördert wurde. Nach dem dreimonatigen Einführungslehrgang über die verschiedenen Bereiche des Dienstes steht in diesem Jahr noch ein zweiter Lehrgang zur Auffrischung und Erweiterung der Kenntnisse im Bereich des Vermessungswesens auf dem Programm.

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Berufsoffizier als Karriereziel

Die Soldatin ist jedoch bereits heute voll in die laufende Arbeit am Amt für Geoinformationswesen eingebunden. „Große Teile der Ausbildung erfolgen während der laufenden Arbeit durch Kollegen in Form eines 'trainings on the job'“, erläutert Weng, die auch schon konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft bei der Truppe hat: „Ich möchte nach Möglichkeit gerne Berufssoldatin werden und auf Dauer bei der Bundeswehr bleiben.“

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Stand vom: 29.04.2009 | Autor:

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