Überzeugendes Konzept: Zivil-Militärische Zusammenarbeit macht Fortschritte
Rostock, 11.01.2007.
Die Bundeswehr hat einen weiteren Schritt zur Verbesserung des Schutzes Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger geleistet. Kompetente Ansprechpartner aus der Streitkräftebasis stehen zur Abwehr von Gefahrenlagen und Katastrophen und für Hilfe- und Unterstützungsleistungen zur Verfügung. Vizeadmiral Kühn traf die Beauftragten der Bundeswehr für Zivil-Militärische Zusammenarbeit aus Rostock und Bad Doberan zum Informationsaustausch.


Vizeadmiral Wolfram Kühn mit den BeaBwZMZ von Rostock und Ba … (Quelle: Oberfeldwebel (w) Jacqueline Faller)
"Der erfolgreiche Abschluss der Erprobungsphase in den Ländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz stellt den Startschuss für eine neue Ära dar", machte der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Kühn, deutlich. Oberstleutnant der Reserve Dietmar Döhler und sein Amtskollege für den Landkreis Bad Doberan, Oberstleutnant der Reserve Alfred Kohlenberger, empfingen Vizeadmiral Kühn gemeinsam mit Leitern des Katastrophenschutzes im Brandschutz- und Rettungszentrum Rostock. Auch der Oberbürgermeister der Hansestadt, Roland Methling begrüßte den hohen Besuch. Vizeadmiral Kühn unterstrich nochmals, dass die Einsetzung der Beauftragten der Bundeswehr für Zivil-Militärische Zusammenarbeit (BeaBwZMZ) ein wichtiger Beitrag der Bundeswehr zum Schutz der Bürger sei und gab einen Ausblick auf die weiteren Absichten. Insgesamt werden nach derzeitigem Stand 429 Verbindungskommandos zu Landkreisen, davon 116 zu kreisfreien Städten eingerichtet. Hinzu kommen 34 Verbindungskommandos, die auf Ebene der Bezirksregierungen eingerichtet werden.
„Wenn Sie uns brauchen, sind wir Soldaten für Sie da“, brachte Vizeadmiral Kühn das Konzept auf den Punkt. Die Bundeswehr hat zudem wichtiges Material wie Pioniergerät und Sanitätsmaterial an einzelnen Standorten konzentriert. Dies erleichtert den Überblick und den Zugriff auf diese Ausrüstung. Oberbürgermeister Methling betonte die Wichtigkeit des Engagements der Bundeswehr für die Bewältigung von Großschadensereignissen und Katastrophen. Auf gesetzlichen Grundlagen kann ein Krisenstab nunmehr über die zuständigen
BeaBwZMZ dort um Hilfe und Unterstützung bitten, wo eigene Kräfte und Mittel nicht ausreichend vorhanden oder ausgeschöpft sind. Durch enge Anbindung an die zivilen Einsatzkräfte und militärisches
Know-How sind Unterstützungsleistungen schnell und zielorientiert koordinierbar.
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Die Reservisten übernehmen Verantwortung in der Zivil-Militä … (Quelle: Oberfeldwebel (w) Jacqueline Faller)
Reservisten übernehmen Verantwortung
Organisatorisch liegt die Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden in den Händen erfahrener Reserveoffiziere. Oberstleutnant Döhler:
„Zehn Reservisten unterschiedlicher Dienstgrade stehen jedem BeaBwZMZ künftig für die vielfältigen Aufgaben zur Verfügung. Alle zwei Monate trifft sich zum Beispiel mein Team zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung.“ Der Unterschied zur herkömmlichen Reservistenarbeit sei die geringe Planbarkeit.
„Katastrophen sind nicht vorhersehbar wie ein Schießvorhaben oder eine Übung“, betont der Reservestabsoffizier. Zwischen 30 und 50 Tagen im Jahr umfasst eine Tätigkeit im Zusammenhang mit
ZMZ. Ein wesentlicher Vorteil der Reservisten ist die meist langjährige Stehzeit am Ort, der oft zugleich Heimatort ist. Damit einher geht die Ortskenntnis und das Wissen um die Strukturen einer Region. Gepaart mit militärischer Ausbildung entsteht so ein wertvolles Bindeglied zwischen ziviler Verwaltung und Bundeswehr. Oberstleutnant Döhler beurteilt die enge, auch persönliche Bindung der Verantwortlichen untereinander als wichtigstes Element der Zusammenarbeit. Als ehemaliger stellvertretender Kommandeur des Verteidigungsbezirkskommandos 88 in Rostock kennt er die Organisation des Standortes im Katastrophenschutz. Oberstleutnant Kohlenberger sieht darüber hinaus wichtige Synergieeffekte zwischen Verwaltung und Bundeswehr. Im Hauptberuf Leiter des Straßenbauamtes Güstrow, nutzt er als
BeaBwZMZ ebenfalls die persönlichen Kontakte in der Bewältigung der vielfältigen Schutzaufgaben.
„Durch das neue Vorgehen entstehen wertvolle Symbiosen, die im Ernstfall wertvolle Zeit sparen und Leben retten können“, hält Oberstleutnant
d.R. Kohlenberger fest. Gemeinsam mit den Kräften des Katastrophenschutzes bilden sich die Reservisten regelmäßig fort, zum Beispiel durch Rahmenübungen der Krisenstäbe oder durch die Teilnahme an aktiven Katastrophenschutzübungen auf unterschiedlichen Ebenen.
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Vizeadmiral Wolfram Kühn besucht den Standort Rostock, und m … (Quelle: Oberfeldwebel (w) Jacqueline Faller)
Große Herausforderungen warten
Eine erste Bewährungsprobe hat das neue Konzept der
ZMZ bei der Bekämpfung der Vogelgrippe an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns im Frühjahr 2006 bereits erfolgreich bestanden. Weitere persönliche Erfahrung sammelten Döhler und Kohlenberger schon während der Hochwassereinsätze der Bundeswehr an Oder und Elbe. Ein weiteres Thema der Unterredung mit dem Inspekteur war die Unterstützungsleistung der Bundeswehr während des G-8 Gipfels in Heiligendamm. Hier laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Fest eingebunden sind die beiden Fachmänner aus Rostock und Bad Doberan. Ebenso steht Oberst Manfred Pape den Einsatzkräften zur Verfügung. Er ist Kommandeur des zukünftigen Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern. Dessen offizielle Indienststellung wird am 17. Januar in Schwerin erfolgen. Bereits eine Woche zuvor wird das Landeskommando Sachsen-Anhalt im Beisein von Vizeadmiral Kühn in Dienst gestellt.
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