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Truppenübungsplatz Oberlausitz

Ein unten abgerundetes Wappenschild mit zweigeteiltem, grün-weißem Hintergrund. Darauf befinden sich drei SymboleGrößere Abbildung anzeigen
Wappen des Truppenübungsplatzes Oberlausitz (Quelle: Truppenübungsplatz Oberlausitz)

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz liegt circa 95 km nordöstlich von Dresden in einer Höhenlage von 135 bis 145 Metern und ist 16360 Hektar groß. Der Platz bietet optimale Bedingungen für die übende Truppe: Eine der modernsten Panzerschießbahnen Deutschlands mit computergesteuerten Zielen, Bahnanbindung und frisch renovierten Unterkünften.

Der Truppenübungsplatz liegt im Regierungsbezirk Dresden und gehört gemäß der 1994 geänderten politischen Struktur zum neu geschaffenen Niederschlesischen Oberlausitzkreis mit mehr als 110000 Einwohnern. Der Platz wird im Osten durch die Lausitzer Neiße - zugleich Staatsgrenze zu Polen - , im Süden durch das Niederschlesische Teichgebiet, im Westen durch die B156 und den Braunkohle-Tagebau und im Norden durch die Ortschaften Weißkeißel, Sagar und Skebersdorf begrenzt.

Der Platz gehört zur Muskauer Heide. Charakteristische Landschaftselemente sind Sandböden mit Callunaheiden, Trockenrasen, Heidemooren und naturnahen Kiefernwäldern. Klimatisch gehört das Areal des Truppenübungsplatzes zum östlichen Bereich des Binnenlandklimas, wobei kontinentale Einflüsse deutlich spürbar werden. Typisch sind warme trockene Sommer und kalte Winter. Circa zwei Drittel der Fläche sind geschlossenes Waldgebiet.

Seit 1998 ein Wolfspaar gesichtet wurde, das auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes ein Rudel gegründet hatte, machte der Platz Schlagzeilen als neue Heimat für die Wölfe. Vermutlich aus Polen "eingewandert" ist dies das erste einheimische Wolfsrudel seit über 100 Jahren. Nachkommen der beiden Einwanderer haben inzwischen auch schon ein weiteres Rudel gegründet. Aufgrund der Jahrhunderte langen Jagd auf die Tiere sind sie inzwischen sehr scheu und meiden Menschen soweit es geht. Die Ansiedlung in der Oberlausitz war möglich, da die scheuen Tiere auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes unberührte Natur vorfanden und durch den Menschen nur wenig gestört werden.

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Daten & Fakten Truppenübungsplatz Oberlausitz

Standort

  • Der Truppenübungsplatz OBERLAUSITZ liegt circa 95 km nordöstlich von Dresden in einer Höhenlage von 135 bis 145 m
  • Bodenbedeckung: 60 Prozent Wald, zu 40 Prozent Heide-, Dünenflächen sowie Offenland
  • Ausdehnung: Ost-West circa 38 km, Nord-Süd circa 9,5 km
  • Größe: 16360 ha
  • Übungsfläche gesamt: 7100 ha, davon für Kettenfahrzeuge: 3700 ha

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz wird neben wechselnden Truppenteilen und Dienststellen vor allem durch die Offizierschule des Heeres ständig genutzt.

Unterbringungskapazität

  • Truppenlager: 1650 Soldaten
  • Biwak: 700 Soldaten

Schießmöglichkeiten

  • 4 Schießbahnen für Waffen über 20 mm
  • Bordkanonen gepanzertes Kfz bis 120 mm
  • Panzerabwehrhandwaffen
  • Panzerabwehrlenkflugkörper MILAN, TOW, HOT, auch von Hubschraubern
  • Artillerierohrwaffen, MARS (110 mm)
  • Mörser
  • Handgranaten
  • Sprengen
  • Maschinenwaffen
  • Handwaffen
  • Granatpistole
  • Pyrotechnische Munition
  • Luft-/Bodenschießen ist möglich
  • LASER-Entfernungsmessgeräte

Übungsmöglichkeiten

  • geeignet für die Gefechtsausbildung aller Truppen bis auf Ebene verstärktes Bataillon
  • geeignet für die Gefechtsschießen mit Kampf- und Schützenpanzer bis Ebene verstärkte Kompanie
  • An schießfreien Tagen können Übungen bis Ebene Brigade durchgeführt werden
  • Gewässerübergang/Furt über die Spree.
  • Fallschirmabsprungzonen
  • 2400 ha reines Übungsgelände ohne Schießbahnen (Neustädter Heide)
  • Vorausbildung Auslandseinsatz
  • Kraftfahrausbildung

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Ein Gebäude auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz
Truppenübungsplatz Oberlausitz (Quelle: Truppenübungsplatz Oberlausitz)

Geschichte Truppenübungsplatz Oberlausitz

Im Bereich des jetzigen Großkraftwerkes Boxberg, südlich der Ortschaft Nochten, begann 1945 die Entstehungsgeschichte des Truppenübungsplatzes. Damals unter dem Namen "Truppenübungsplatz Nochten". Zunächst wurde hier durch die Sowjetarmee ein Panzerschießplatz und ein Truppenlager errichtet und genutzt. Fünf Jahre später übernahm die Kasernierte Volkspolizei diese Anlagen.

Seit 1956 wurde der Platz durch die Nationale Volksarmee der DDR in Nutzung genommen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Truppenübungsplatz – von Nochten ausgehend – in Richtung Osten bis fast zur polnischen Grenze, sowie in westlicher Richtung bis zur Eisenbahnlinie Spremberg - Hoyerswerda.
Seit der Errichtung des Kraftwerkes Boxberg und dem damit notwendigen Abbau der Braunkohle veränderten sich die Grenzen des Truppenübungsplatzes ständig.
Der Truppenübungsplatz unterstand mit der Übernahme durch die NVA dem Militärbezirk III Leipzig. Vorrangig übten hier Truppenteile der NVA und schossen mit Handwaffen, Panzern, Artillerie, Panzerabwehrlenkflugkörper sowie mit Luftfahrzeugen von Heer und Luftwaffe.

Mit den Ereignissen im Herbst 1989 ruhte der Übungsbetrieb bis zur Wiedervereinigung. Im Jahre 1990 wurde der Truppenübungsplatz dann durch die Bundeswehr übernommen. Das erste Schießen eines Verbandes der Bundeswehr fand ein Jahr später statt. Mit diesem Zeitpunkt begann die ununterbrochene Nutzung des Truppenübungsplatzes. Im Jahre 1998 wurde der Truppenübungsplatz Nochten in Truppenübungsplatz Oberlausitz umbenannt.

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Chronik Truppenübungsplatz Oberlausitz

Chronik
JahrEreignisse
1945 – 1950 Südlich von Nochten gründen sowjetische Streitkräfte den Truppenübungsplatz Nochten.
1950 – 1956Nutzung durch die Kasernierte Volkspolizei der DDR.
1956 - 1989

Nutzung durch die Nationale Volksarmee der DDR

  • Schießvorhaben: alle Heereswaffen plus Luftwaffe
  • Unterstellung: Militärbezirk III, LEIPZIG
  • Ost-West-Ausdehnung: von der polnischen Grenze bis zur Eisenbahnlinie Spremberg - Hoyerswerda
1990Mit der Wiedervereinigung übernimmt die Bundeswehr am 3. Oktober 1990 den Truppenübungsplatz
1991Im November führt die Bundeswehr das erste Gefechtsschießen auf dem Truppenübungsplatz durch.
1998Zum 1. Januar wird der Truppenübungsplatz Nochten in "Truppenübungsplatz Oberlausitz" umbenannt.
2001Im Oktober wird der Truppenübungsplatz dem Wehrbereichskommando III aus Erfurt unterstellt.

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Stand vom: 02.07.2010 | Autor:

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