Willkommen in der Streitkräftebasis, Herr Minister!
Grafschaft-Gelsdorf, 10.03.2010.
Seit dem 28. Oktober 2009 ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg Bundesminister der Verteidigung. Der 15. Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland erhielt während seines Truppenbesuches in der Phillipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne in Grafschaft-Gelsdorf einen umfassenden Einblick in die Aufgaben und Fähigkeiten der Streitkräftebasis (SKB).

Der Stellvertreter des Generalinspekteurs und Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Wolfram Kühn, empfing zu Guttenberg hierzu am 10. März beim Kommando Strategische Aufklärung zu einer mehrstündigen Truppenschau.
Der Minister erhielt einen lebendigen Eindruck des „Systems SKB“, wie der Inspekteur treffend seinen Verantwortungsbereich umschrieb. Besonders interessiert zeigte sich zu Guttenberg an der konsequent einsatzbezogenen Leistungsfähigkeit des zweitgrößten Organisationsbereiches der Bundeswehr.
„Zukunftsweisend ist“, betonte Kühn in diesem Zusammenhang, „die Wandlung von einer strukturell organisierten Bundeswehr zu einer fähigkeitsorganisierten.“ Die SKB sei und bleibe ein wesentliches Element der Transformation und deren treibender Motor. Getreu dem SKB-Motto „kreativ – effizient – modern – im Einsatz erfolgreich“ präsentierten die anwesenden Truppenteile ihrem Dienstherrn praxisnah den jeweiligen Auftrag und Aufgabenbereich.

Am Einsatz orientiert
Darstellungen aus Führungsorganisation und Führungsunterstützung, Logistik, streitkräftegemeinsamer Kommunikation, Aufklärung, Nachrichtengewinnung und Zivil-Militärischer Zusammenarbeit verdeutlichten dem Minister die wesentlichen Fähigkeiten und Kernkompetenzen im Bereich der SKB. Vor dem Hintergrund dieses vielfältigen Aufgabenspektrums stellte Vizeadmiral Kühn die Bedeutung und den Wert der SKB für eine einsatzorientierte Bundeswehr heraus. Sie sei, so der Inspekteur, in allen Einsätzen der deutschen Streitkräfte weltweit vertreten und insgesamt ohne Alternative. Sie spiegle auch die Professionalisierung der Streitkräfte auf der Erfahrung von inzwischen 18 Jahren Armee im Einsatz wider.
Die Anforderungen des Einsatzes in Afghanistan bildeten den Rahmen der Truppenschau. Schon der Aufbau der Stationen in Gelsdorf mit dem Charakter eines Feldlagers vermittelte den vernetzten Ansatz der SKB innerhalb der Bundeswehr und darüber hinaus. Rund 2,5 Stunden dauerte der Rundgang des Ministers, der zugleich vor zahlreichen Pressevertretern und der Truppe seine hohe Anerkennung für die Leistungen der Soldaten in den Truppenteilen der SKB zum Ausdruck brachte. „Ich freue mich über die Impulse, die von Ihnen ausgehen“, so zu Guttenberg. Er teilt mit Konteradmiral Manfred Nielson, dem Chef des Stabes im Führungsstab der Streitkräfte, die Auffassung, dass die SKB das Rückgrad aller Einsätze bilde.

Modernste Mittel
Modernste Mittel und innovative Technik in Verbindung mit neuen Ansätzen sind seit nunmehr zehn Jahren das Erfolgsrezept der SKB. Qualifiziert und zuverlässig gewährleisten die Truppenteile wirkungsvoll die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und stellen ihre militärischen Fähigkeiten gebündelt allen Teilstreitkräften zur Verfügung. Diese werden damit für ihre Kernfähigkeiten entlastet. Im persönlichen Gespräch mit den anwesenden Soldaten überzeugte sich der Minister auch von der hohen Motivation aller Dienstgradgruppen.
Nicht von Ungefähr wählte die SKB-Führung das Kommando Strategische Aufklärung, einer der zentralen Dienststellen des Nachrichtenwesens der Bundeswehr, als Gastgeber für den Besuch. „Wie an kaum einer anderen Dienststelle, kommt hier das Zusammenwirken verschiedenster Kräfte und Mittel zum Ausdruck“, so Generalleutnant Manfred Engelhardt, Befehlshaber des Kölner Streitkräfteunterstützungskommandos während einer Vorführung neuer Aufklärungsfähigkeiten.
„Das beste der SKB ist im Weltall“, hatte auch Kühn in seinem Vortrag auf die wegweisende Technologie der SatComBw hingewiesen: Das Satellitenkommunikationssystem der Bundeswehr befindet sich bereits in der zweiten Ausbaustufe. In 14 Tagen ist der Start eines weiteren, bundeswehreigenen Satelliten geplant. Das gesamte Programm ist federführend bei der SKB aufgehängt, wie auch das Aufklärungssystem SAR-Lupe. Damit erfahren die Aufklärungs- und Führungsunterstützungskomponenten der Bundeswehr eine erhebliche Qualitätssteigerung und erzielen noch größere Effizienz.
Ein weiteres Highlight bildete die Video-Konferenz des Ministers mit dem Lagezentrum im afghanischen Kunduz. Er grüßte seine Soldaten im Einsatz über Radio Andernach.

Überzeugender Eindruck
Aber auch die Fähigkeiten der Feldjäger, Logistiker sowie der Gruppe ABC-Abwehr und Schutzaufgaben bilden Eckpfeiler im Einsatz und auch daheim, unabhängig vom Denken in alten Strukturen vergangener Tage. Eine Vorführung der Personenschützer sowie die Einweisung in die Fähigkeiten der Kampfmittelbeseitiger überzeugten Minister Karl-Theodor zu Guttenberg, der sich mit den Worten bedankte „Sie sind die ‚Lebensversicherung’ der Truppe im Einsatz!“ Logistische Fähigkeiten demonstrierte die Logistikschule der Bundeswehr. Ausbilder und Lehrgangsteilnehmer aus der Lehrküche in Plön bewiesen ihr Können im Bereich der Verpflegung.
Man war sich einig, dass der Ansatz, übergreifende Aufgaben in einem Organisationsbereich zu bündeln, effizient und erfolgreich ist. „Die Streitkräftebasis hat mich sehr beeindruckt“, so zu Guttenberg. „Ich werde jede sich bietende Gelegenheit wahrnehmen, Sie zu Hause und im Einsatz zu besuchen und bei der Schaffung von Synergieeffekten zu unterstützen.“


