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Personalfeldwebel für die Streitkräfte

Soldaten vor mehreren Computern.
Der Weg zum Personalfeldwebel führt über Hannover. (Quelle Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Hannover, 22.02.2010.
Es gibt keine größere Firma ohne Personalabteilung. Hier laufen die Unterlagen der Mitarbeiter zusammen, die Buchhaltung wird erledigt und erforderliche Papiere ausgestellt. Personalmaßnahmen wie Weiterbildung oder Versetzungen werden hier organisiert. Konzerne haben ihre Personalführung meist zentralisiert und die einzelnen Niederlassungen arbeiten mit Personalbüros.

Ein sitzender Soldat.
Stabsunteroffizier Haseloff weiß, was er will. (Quelle: Bundeswehr/OFw Thomas Ströter)Größere Abbildung anzeigen

„So ähnlich muss man sich meinen Arbeitsplatz auch vorstellen“, sagt Stabsunteroffizier Christian Haseloff. Der 28-jährige befindet sich in der Ausbildung zum Personalfeldwebel Streitkräfte (PersFwSK). In seiner Einheit – der 13. Kompanie des Luftwaffenausbildungsregiments – betreut er zusammen mit weiteren Personalbearbeitern rund 160 Rekruten pro Quartal. Hinzu kommt das Stammpersonal der Grundausbilder. „Wir händigen Truppenausweise aus, führen Belehrungen durch, erstellen Zeugnisse, prüfen Anträge – das volle Programm.“ Typische Aufgaben im Personalwesen eben. „Militärisch kommen zum Beispiel Kommandierungen, Beförderungen oder Lehrgangsanforderungen hinzu“, sagt Haseloff, in dessen Bereich zudem sämtliche Personalakten der Soldaten seiner Einheit geführt werden. Das Besondere: Haseloffs Kompanie ist in Straußberg stationiert, das übergeordnete Regiment in Roth.

Zivilberuf als Einstieg

Ein Berufsbild, was man für einen Soldaten kaum vermuten würde. „In meiner Zeit als Grundwehrdienstleistender in einem Panzergrenadierbataillon des Heeres habe ich von diesen Tätigkeiten nicht viel erfahren“, blickt der Stabsunteroffizier zurück, obwohl ihn ein Beruf im Personalwesen immer interessiert habe. So absolvierte er zunächst die dreijährige Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei einer Krankenkasse. Weitere zwei Jahre arbeitete er danach noch im Personalbereich seiner Ausbildungsstätte. „Meine Berufswahl wurde bestätigt durch den Spaß an dieser Tätigkeit und der Umgang mit den Menschen.“ Denn hinter jedem Vorgang, hinter jeder Maßnahme, stecke auch eine Person, die direkt von seinem Handeln betroffen sei, so Haseloff.

Er informierte sich über Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten in seinem Beruf, als sein Arbeitsvertrag auslief. Haseloff: „Als ich erfuhr, dass die Bundeswehr Personalfachleute sucht, informierte ich mich über den neu geschaffenen Personalfeldwebel Streitkräfte.“ Es folgte eine Bewerbung auf einen dieser neu geschaffenen Dienstposten und die Verpflichtung als Soldat auf Zeit für zwölf Jahre. Wegen seines Abiturs und der Berufserfahrung konnte er als so genannter Wiedereinsteller mit seinem jetzigen Dienstgrad starten. Der Zusatz FA im Schriftverkehr kennzeichnet den Luftwaffensoldaten als Feldwebelanwärter.

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Unterricht mehrerer Soldaten.
Gemeinsam mit Kameraden der gesamten Bundeswehr. (Quelle: Bundeswehr/OFw Thomas Ströter)Größere Abbildung anzeigen

Moderne Ausbildung

Den erforderlichen Lehrgang zur Erlangung des Dienstgrades Feldwebel und die militärische Qualifikation erhält Haseloff an der Schule für Feldjäger- und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover. In der Lehrgruppe B allein werden alle Ausbildungsgänge im Personalwesen der Streitkräfte auf allen Ebenen durchgeführt. Damit bildet sie für jede Einheit der Bundeswehr aus. „Seit Anfang 2007 wird die Ausbildung – zum Beispiel auch die zum PersFwSK – streitkräftegemeinsam durchgeführt“, erläutert Lehrgruppenkommandeur Michael Maul. Der Oberstleutnant erinnert sich, dass zuvor die Ausbildungsverfahren auf die jeweilige Teilstreitkraft abgestimmt waren. Im Zuge der Transformation der Streitkräfte und deren Modernisierung harmonisierte man auch die Ausbildung. Das, was in der Praxis scheinbar einfach umzusetzen ist, war in der Vorbereitung äußerst komplex. Um Soldaten in diese neue Funktion zu bringen, musste man die Ausbildungsinhalte bereichsübergreifend abstimmen. Heute ist der auf vielfache Initiative streitkräfte-gemeinsam verabredet und gültig.

Im Zusammenhang mit dieser Harmonisierung änderten sich auch die Ausbildungsmethoden. Alle Inhalte sind digital verfügbar, Vorschriften, Weisungen und Richtlinien sind im Intranet der Bundeswehr abrufbar. „Wir arbeiten viel online“, berichtet Christian Haseloff. „Und zwar in den Bereichen, die wir später in der Einheit bedienen müssen. Zugleich lernen wir den Umgang mit dem SASPF-Programm.“ Diese Standard Anwender Software Produktfamilie nimmt mit 100 Ausbildungsstunden ein Drittel des Stundenplans ein. Soldaten wie Haseloff geben hier Personaldaten ein, pflegen diese und steuern erforderliche Maßnahmen. Der Feldwebellehrgang ist daher papierlos, das heißt es müssen keine Arbeitsbögen usw. ausgedruckt werden. „Uns stehen die Rechner an unseren Arbeitsplätzen auch nach Dienst zur Verfügung.“ Er und seine Kameraden aus ganz Deutschland sind so in der Lage auch individuell zu lernen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. Hörsaalleiter wie Hauptmann Helmut Rhode begrüßt ebenfalls als Ausbilder die neuen Verfahren, „weil die Männer und Frauen früher als zuvor auf den Dienstposten einsetzbar sind.“ Die mit entsprechendem Eingangsberuf am schnellsten. Sie können nach zwölf Monaten bereits Feldwebel werden. Andere Bewerber durchlaufen noch eine Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung (ZAW). „Heute ist der Anspruch an den PersFw höher als zu den Zeiten der TSK-Spezifischen Ausbildung. Sie müssen quasi alles können, sprich die Vorgänge des Personalwesens kennen und beherrschen.“

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Perspektiven für Soldaten

Christian Haseloff will zunächst den Lehrgang bestehen, um schon im März den Dienst in seiner Kompanie wieder aufzunehmen. „Mein Ziel ist es, Berufssoldat zu werden“, sagt er. Andernfalls wird ihm jedoch seine Ausbildung und die Erfahrung in der Personalführung der Bundeswehr angerechnet auf dem Weg zum zivilen Personalmanager, sozusagen der Meisterebene in diesem Berufsfeld. „Am Liebsten möchte ich aber als Personaloffizier arbeiten“, schließt Haseloff. In diesem Fall würde er als Anwärter zum Offizier im Militärfachlichen Dienst wieder nach Hannover zum Lehrgang zurückkehren.

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Stand vom: 23.02.2010 | Autor:

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