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Die komplexe Welt der globalen Sicherheit

Ulm / Kornhaus, 02.02.2010, Hauptmann Wolfgang Elsner.
Die „Vernetzte Sicherheit“ war das Leit-Thema der 33. Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung des Kommando Operative Führung. Der Befehlshaber des Ulmer Kommandos, Generalleutnant Wolf Langheld machte in seiner Rede vor zahlreichen Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Militär im sehr gut gefüllten historischen Ulmer Kornhaus deutlich, was Sicherheit für uns in einer globalisierten Welt bedeutet.

Generalleutnant Wolf Langheld
Generalleutnant Wolf Langheld (Quelle: PIZ Kdo Ulm/Christian Richter)Größere Abbildung anzeigen

Der General betonte ausdrücklich, dass die heutigen neuen Bedrohungsformen einen koordinierten Ansatz nicht alleine des Militärs sondern aller sicherheitsrelevanten Akteure in einem multinationalen Ansatz notwendig machen. Das hätten nicht die Sicherheitspolitiker oder das Militär erfunden gab er bedauernd zu, sondern die Betriebswirtschaft, wo das Konzept der Netzwerkunternehmen schon lange greift. Die künftigen sicherheitspolitischen Entwicklungen werden durch viele Faktoren bestimmt, so der Befehlshaber. Gesellschaftliche, ökonomische, ökologische und kulturelle Bedingungen haben einen wachsenden Einfluss. Die Ost-West-Konfrontation des Kalten Krieges wäre eine vergleichsweise leicht beherrschbare Sicherheitssituation gewesen im Vergleich zu den viel komplexeren Rahmenbedingungen der heutigen asymmetrischen Bedrohung, so Langheld.

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Asymmetrische Bedrohung

Die zunehmende weltweite Verflechtung bringt für weite Teile der Weltbevölkerung die Chance auf Verbesserung ihrer Lebensumstände. Es ergeben sich jedoch auch wirtschaftliche Risiken und Gefahren für die Sicherheit. „Die weltweiten Netze stehen leider auch denen zur Verfügung, die wirklich kein Interesse an einer friedlichen Welt haben. Die Risiken gehen dabei nicht nur von Staaten, sondern vor allem auch von nichtstaatlichen Akteuren, dem internationalen Terrorismus oder der organisierten Kriminalität aus, das alles ist asymmetrische Bedrohung“.

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Wenig Anteilnahme für gefallene Soldaten

Vernetzte Sicherheit - war das Leit-Thema der 33. Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung
Vernetzte Sicherheit (Quelle: PIZ Kdo Ulm/Christian Richter)Größere Abbildung anzeigen

Viele Menschen könnten den Zusammenhang zwischen Extremisten in Afghanistan und der Sicherheit in Deutschland nicht nachvollziehen und lehnten deshalb eine Beteiligung deutscher Soldaten am Afghanistaneinsatz ab, stellte der Ulmer General fest. Bei den Trauerfeierlichkeiten um Michael Jackson und Robert Enke hätte ganz Deutschland den Atem angehalten und wochenlang mitgetrauert. Als aber sieben Bundeswehrsoldaten im Einsatz gefallen seien, in den sie das deutsche Parlament geschickt habe, hätten viele Menschen in Deutschland dies nur teilnahmslos zur Kenntnis genommen, stellte Langheld fassungslos fest.

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Größtes Missverständnis unserer Zeit

Der Oberbürgermeister der Garnisonsstadt Ulm, Ivo Gönner dankte dem General für seine klare Positionierung und zeigte sich darüber verwundert, dass einerseits 80 Prozent der Parteien im Bundestag den Auslandseinsätzen zustimmten, dagegen aber 80 Prozent der Bevölkerung den Afghanistaneinsatz ablehnten. Zu glauben, jeder Konflikt könnte so friedlich gelöst werden wie der Kalte Krieg sei das größte Missverständnis unserer Zeit, so Gönner bei der Suche nach einer Erklärung.

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v.l. Brigadegeneral Weigt, Brigadier Mempör, Oberst i.G. Gerlach, Generalleutnant Langheld, Vizepräsident Köhler
Auszeichnung (Quelle: PIZ Kdo Ulm/Christian Richter)Größere Abbildung anzeigen

Besondere Verdienste um das Kommando

Traditionell zeichnet der Befehlshaber Persönlichkeiten aus, die sich in ganz besonderer Weise um das Kommando verdient gemacht haben. In diesem Jahr konnten Oberst im Generalstabsdienst Ernst Gerlach, Abteilungsleiter J2 (Nachrichtenwesen und Militärische Sicherheit) sowie der Vizepräsident der Wehrbereichsverwaltung Süd, Andreas Köhler, die Kommandomedaille als Auszeichnung entgegennehmen.

Der österreichische Militärattache in Deutschland, Brigadier Magister Andreas Mempör ehrte Brigadegeneral Jürgen Weigt für sein herausragendes Engagement beim Aufbau einer deutsch-österreichischen Ausbildungskooperation mit der Militäranerkennungsmedaille des österreichischen Bundesheeres. Weigt ist der stellvertretende Chef des Stabes Operationen im Ulmer Kommando und seit Jahren treibende Kraft für viele gemeinsame Aktivitäten der beiden benachbarten Streitkräfte.

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Stand vom: 04.02.2010 | Autor:

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