Militärmusikdienst der Bundeswehr in neuer Struktur
Bonn, 25.08.2009.
Mit einem feierlichen Aufstellungsappell hat am 25. August die Leitung des Militärmusikdienstes der Bundeswehr eine neue Struktur eingenommen. Der Amtschef des Streitkräfteamtes, Generalmajor Thomas Wollny, übertrug an den Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm, die truppendienstliche Führung des Ausbildungsmusikkorps, der Big Band und des Musikkorps der Bundeswehr und stellte das Zentrum Militärmusik der Bundeswehr auf.
Der Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr gehörte bisher zum Streitkräfteamt. Die Militärmusik bildete hier ein eigenes Element und war bisher dem General Weiterentwicklung der Streitkräftebasis und Leiter der Fachabteilungen im Streitkräfteamt unterstellt. Der Leiter des Militärmusikdienstes ist oberster Fachvorgesetzter aller Militärmusiker in der gesamten Bundeswehr.
Dem neuen Zentrum Militärmusik sind das Musikkorps der Bundeswehr, das Ausbildungsmusikkorps und die Big Band der Bundeswehr in Zukunft nicht nur fachlich, sondern auch truppendienstlich unterstellt.
Konzertanter Appell
Bei fast allen Feierlichkeiten in der Bundeswehr ist die Militärmusik fest verankert: bei Beförderungen und Trauerfeiern ebenso wie bei Gelöbnissen, Kommandoübergaben oder Aufstellungsappellen – im In- und Ausland. Damit gehörte diese Feierstunde zum alltäglichen Geschäft der anwesenden Militärmusiker. Aus musikalischer Sicht war dieser Festakt jedoch alles andere als alltäglich. Das neue Zentrum Militärmusik demonstrierte, wie facettenreich und künstlerisch hochwertig es aufgestellt ist.
Dabei präsentierten sich die drei anwesenden Ensembles in unterschiedlichsten musikalischen Ausdrucksweisen. Das Ausbildungsmusikkorps eröffnete gemeinsam mit dem Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg stilsicher mit Walter v. Simons Kürassiermarsch Großer Kurfürst, der mit seinem festlich-verkündenden Grundcharakter zur Eröffnung dieses außergewöhnlichen Ereignisses geeignet war. Die Big Band der Bundeswehr interpretierte große Namen und Titel der Jazzgeschichte in gewohnt leichter, lockerer und hochprofessioneller Weise.
Ein Kontrapunkt musikalischer und inhaltlicher Art war der von ungewöhnlicher Klangdichte geprägte Choral für Großes Orchester von Morten Lauridsen. Das Musikkorps der Bundeswehr brachte das für Feierstunden dieser Art ungewöhnliche Werk mit beeindruckender Intensität dar.

Eigenes Wappen
Das Zentrum Militärmusik agiert und handelt in Zukunft als eigenständige Dienststelle. Damit verbunden ist unter anderem die Erlaubnis, ein eigenes Wappen zu führen. Dieses wurde im Rahmen des Aufstellungsappells feierlich enthüllt und zeigt neben dem Eisernen Kreuz der Bundeswehr das maßgebliche Symbol des Militärmusikdienstes der Bundeswehr: den Schellenbaum.
Generalmajor Thomas Wollny gab in seiner Rede einen kurzen geschichtlichen Abriss über Aufbau und Struktur des Militärmusikdienstes der Bundeswehr. Er gratulierte Oberst Schramm zu seiner neuen Doppelfunktion und unterstrich dabei die besondere Wirkung der Militärmusik in der Öffentlichkeit: „Sie als Musiker sind einfach immer gerne gesehen – das verschafft eine sehr hohe Berufszufriedenheit – die ich allen Zentrumsangehörigen weiterhin von Herzen wünsche“.










