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Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr

Expertise von mehr als 50 Jahren

Spitz zulaufendes Wappenschild in rot mit Bundeswehr-kreuz und WeltkugelLupe
Amt für Geoinformationswesen (Quelle: Streitkräftebasis)

Das Geoinformationswesen der Bundeswehr (GeoInfoWBw) steht in einer über 50-jährigen Tradition. Das Jahr 1956 gilt als Gründungsjahr sowohl des Militärgeographischen Dienstes, der sich mit Karten- und Vermessungswesen beschäftigte, als auch des Geophysikalischen Beratungsdienstes der Bundeswehr, eines naturwissenschaftlichen Spezialdienstes ohne militärisches Personal. Im Laufe der Jahre erfuhren beide Dienste mehrfache Umbenennungen, bevor sie im Jahr 2003 zum jetzigen "Geoinformationsdienst der Bundeswehr" zusammengelegt wurden, weil alle Informationen den Bedarfsträgern der Bundeswehr künftig aus einer Hand bereitgestellt werden sollen.

Die zentrale Einrichtung des fusionierten Geoinformationsdienstes der Bundeswehr ist heute das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw). Es gehört der Streitkräftebasis an und zählt zu den Versuchs- und Forschungseinrichtungen des Bundes. Der Amtschef ist als Leiter des Geoinformationsdienstes seit März 2003 gleichzeitig Fachvorgesetzter für alle Angehörigen des GeoInfoDBw.

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Ein Soldat schaut auf eine LandkarteLupe
Stabshauptmann Scheffler sorgt für bedarfsgerechte Versorgun … (Quelle: Bundeswehr)

Gesteuert und zeitgerecht

Das Verteidigungsministerium erteilt der Abteilung "Zentrale Aufgaben" Aufträge für den nationalen und internationalen Bereich. Diese Abteilung ist für die fachdienstliche Führung des GeoInfoDBw insgesamt zuständig, übernimmt Aufgaben in der truppendienstlichen Führung des Amtes und ist für die Bereiche Außenbeziehungen, Weiterentwicklung und GeoInfo-Bedarf zuständig. Außerdem stellt sie die Verbindungsgruppe Meteorologie beim Deutschen Wetterdienst.

Die Gruppe GeoInfo-Bedarf ist für die Planung der Bedarfsdeckung mit GeoInfo-Produkten zuständig. Sie plant, steuert und überwacht die Produktion und stellt die Beratung, Versorgung und Abgabe von Geoinformationen in den militärischen und zivilen Bereich sicher. "Wenn das Verteidigungsministerium einen Stadtplan von Libreville fordert, setzen wir als Fachdezernat diese Forderung um nach dem Prinzip: Das ist ein Hochwertbedarfsträger, es ist ein Bedarf für den Einsatz und somit hat dieser Auftrag höchste Priorität", erklärt Stabshauptmann Horst Scheffler.

Er erklärt die Vorgehensweise des Amts, wenn sich Krisen anbahnen. "Wenn sich ein Einsatz abzeichnet, führen wir Recherchen durch, prüfen, ob und was wir von der Krisenregion an GeoInfo-Produkten vorrätig haben, ermitteln daraus den Bedarf und steuern diesen als Fachauftrag in das Amt ein." Dabei greifen wir auch auf Produkte, zumeist Karten, unserer Partnerdienste zurück. Letzten Endes, sagt Stabshauptmann Scheffler, läuft es zunächst auf die Herstellung von hoch auflösenden Satellitenbildkarten hinaus.

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Screenshot eines ComputerprogrammsLupe
3D-Simulation des Flugplatzes Feyzabad/Afghanistan (Quelle: AGeoBw)

Umfassende Karten

Zunächst werden Image City Maps (ICM) erstellt, Satellitenbildkarten von Städten. Das war zum Beispiel bei Kinshasa so. Alle Informationen, die dabei zugänglich und überprüft worden sind, arbeitet die Gruppe Regionen ein. Die Recherche erfolgt mit Hilfe des Internets, Fachbüchern, der Militärattachés, der deutschen Botschaften und vieler weiterer Quellen.

Nach und nach entsteht eine Datenbasis, aus der dann ausführliche Karten im Maßstabsbereich 1:10.000 bis 1:15.000 mit Straßennamen, dem Sitz von UN-Quartieren, Flugplätzen und vielem mehr hergestellt werden. "Nach der ICM, einem schnell erstellten Produkt für den ersten Bedarf, die nicht zuletzt dazu dient, dass sich die Kameraden vor Ort rasch zurechtfinden können, wird eine City Map, also ein richtiger Stadtplan mit hoher Informationsdichte erstellt", sagt Stabshauptmann Scheffler.

"Wir haben zu jedem neuen Einsatz der Bundeswehr und von gegenwärtigen Krisenregionen einen aktuellen Lagevortrag zur Information der Amtsführung parat. Darin wird die im Rahmen der GeoInfo-Unterstützung verfügbare Produktpalette aufgezeigt", fügt Stabshauptmann Scheffler hinzu, der weiß, was im Einsatz gebraucht wird. Er war selbst 1999 und 2001 als verantwortlicher GeoInfo-Offizier im Kosovo und hat dort vor Ort mit seinen Männern die Versorgung des deutschen Kontingents mit GeoInfo-Produkten sichergestellt. Inzwischen arbeitet jedoch auch eine steigende Zahl von Soldatinnen im GeoInfoDBw.

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Ein Soldat rollt eine Karte zusammenLupe
Die Kartenversorgung für den Einsatz ist sichergestellt. (Quelle: Bundeswehr)

Katalogware zum Auswählen

Die GeoInfo-Elemente in den Einsatzkontingenten versorgen die Bedarfsträger mit Produkten, "das ist zum Einen wie Bestellung und Bereitstellung einer Katalogware", schmunzelt Stabshauptmann Scheffler. Darüber hinaus wird durch GeoInfo-Personal im Einsatz mit Hilfe leistungsfähiger Arbeitsstationen auch der Bedarf gedeckt, der nicht mit Katalogware befriedigt werden kann.

"In meiner Zeit im Kosovo erstellten wir viele Sonderkarten, beispielsweise Karten mit öffentlichen Einrichtungen, deren Lage erst noch recherchiert werden musste." Auch im Ausland halten die Kameraden engen Kontakt zu der Dienststelle zuhause, um Geoinformationen, die für die tägliche Arbeit notwendig sind, zu erhalten oder zu liefern, weil erst Informationen aus verschiedenen Quellen oft ein rundes Bild ergeben.

Die Abteilung "Grundlagen Geowissenschaften/GeoInfo-Datenbasis Bw" ist der Kern des AGeoBw, mit einer Datenbasis die sämtliche Geoinformationen enthält. Dort sind weltweite GeoInfo-Daten zur Herstellung aller Produkte des GeoInfoDBw gespeichert. Die Abteilung "GeoInfo-Unterstützung" stellt sicher, dass die Truppe im Einsatz und im Grundbetrieb sowohl durch die notwendigen Produkte als auch mit Einsatzkräften die richtige Unterstützung erfährt.

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Ein Ausschnitt einer Karte auf dem mit einer speziellen Lupe gearbeitet wirdLupe
Der Geoinformationsdienst stellt Kartenmaterial für die gesa … (Quelle: AGeoBw)

Stets aktuell

Das Amt für Geoinformationswesen erfüllt eine Reihe von Kernaufgaben. An erster Stelle sind wissenschaftliche Entwicklungs- und Grundlagenarbeiten im Fachgebiet Geoinformationswesen der Bundeswehr sowie der Erwerb und Erhalt geowissenschaftlicher Fachexpertise im Verteidigungsressort zu nennen. Darauf baut auf, die entsprechenden Informationen zu aktualisieren, Höhendaten her- und bereitzustellen, aber auch Vektor-, Rasterdaten sowie kommerzielle Satellitendaten.

Im Amt entstehen standardisierte topografische Karten, Spezial- und Sonderkarten des deutschen Staatsgebietes sowie von analogen GeoInfo-Produkten ausländischer Gebiete im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen und Verpflichtungen. Außerdem erstellt das Amt meteorologische Planungs- und Vorhersageunterlagen für Bundeswehr und NATO. Es produziert darüber hinaus Daten zur Vogelschlagverhütung zusammen mit dem Deutschen Meteorologischen Rechenzentrum. Und das alles 24 Stunden rund um die Uhr.

Weitere Aufgaben: Datenerhebungen und Vermessungen zur topografischen, geologischen, hydrologischen und landschaftsökologischen Erkundung, Übermitteln von Geoinformationen an Bedarfsträger der Bundeswehr, der NATO und anderer Partnernationen in Realzeit, Betreiben von Kartenlagern in Einsatzgebieten und Versorgung der Bundeswehr mit GeoInfo-Produkten im In- und Ausland.

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Ein Soldat bei der ArbeitLupe
Bei den Vermessungen m Einsatz bieten sich den Soldaten oft … (Quelle: Bundeswehr)

Ganzheitlicher Ansatz

Das AGeoBw stellt auch sicher, dass Dienststellen der Bundeswehr sowie die GeoInfo-Kräfte im In- und Ausland die notwendige Unterstützung erhalten. Es ist vorgesehen, dass andere Truppenteile insbesondere bei Auslandseinsätzen personell, materiell und in fachlicher Hinsicht in den Bereichen der aerologischen Datenerfassung, Vermessung, geologischen und topografischen Erkundung unterstützt werden. Unter dem Strich sind das eine Reihe an Aufgaben, die seit vielen Jahren von erfahrenen Fachleuten wahrgenommen werden.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, der verschiedene Fachdisziplinen miteinander unter einem Dach verbindet, wird die Qualität der Geoinformationen optimiert. Die Beurteilung und Präsentation für die diversen Einsatzräume und die verschiedenen geforderten Optionen verlaufen unter ganz neuen Vorzeichen. Die Streitkräfte erhalten die Infos auf diesem Weg direkt und umfassend, damit werden Ressourcen gebündelt und konzentriert für den Nutzer als Serviceleistung aus einer Hand geliefert.

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Kontakt

Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr
Mercator Kaserne
Frauenberger Straße 250
53879 Euskirchen

Telefon Vermittlung (02251) 953 -0

Für Belange der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon (02251) 953 -4130
Fax (02251) 953 -5055
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Stand vom: 30.07.2010 | Autor:

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