Solidaritätslauf bringt 23.000 Euro für den guten Zweck
Gelbe Schleifen, rote T-shirts, hellblaue Jogginganzüge – der Solidaritätslauf ist nicht nur optisch farbenfroh, sondern bringt auch inhaltlich eine bunte gesellschaftliche Vielfalt von Unterstützern zusammen. Über 1.700 Teilnehmer, zu einem Drittel zivile Läufer, unterstützen mit ihrer Teilnahme versehrte Soldaten und ihre Angehörigen. Wie schon im letzten Jahr kommen die Läufer aus dem ganzen Bundesgebiet: Soldaten aller Teilstreitkräfte, Studenten beider Bundeswehruniversitäten und Bürgerinnen und Bürger, die ihre Solidarität mit der Bundeswehr ausdrücken wollen. Sie alle verwandelten nun schon zum zweiten Mal den Sportplatz der Helmut-Schmidt-Universität zu einer Festwiese mit Musik und guter Laune. „Heute ist kein Trauertag, es geht um etwas Positives
“, betont Initiator Oberleutnant Thomas Berger.

Zusammen mit weiteren studierenden Offizieren fasste Berger 2008 einen Entschluss: „Es waren Kameraden in Afghanistan gefallen und verwundet worden und wir wollten etwas tun. Es entstand die Idee, den Angehörigen unter die Arme zu greifen
“, erinnert sich der junge Fallschirmjäger. Knapp 14.000 Euro kamen auf Anhieb beim ersten Lauf für die Oberst-Schöttler-Versehrten-Stiftung zusammen. Ein Ergebnis, das in diesem Jahr mit rund 23.000 Euro sogar noch gesteigert werden konnte. „Wir dachten damals mal an 200 Leute, dass es jetzt 1.700 sind ist großartig
“, freut sich Berger.

Unterstützung aus der Bevölkerung
Zwei Strecken konnten an diesem Tag gelaufen werden: 3.000 und 6.500 Meter rund um den Campus. Trotz einiger bemerkenswert guter Zeiten steht für die Masse der Starter nicht die sportliche Höchstleistung im Vordergrund. Die Läufer, teilweise in bunten Kostümen, sahen den Lauf selbst als ein Gemeinschaftserlebnis, viele absolvierten die Strecke zusammen in einer Gruppe. Die Mehrheit im Teilnehmerfeld ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, doch Marie Stadtler (75) und die kleine Pia (10) zeigten als älteste und jüngste Starterin, dass der Lauf sogar Generationen verbinden kann. „Ich will hier etwas Gutes tun und sehe das nicht als Wettkampf, sondern als Miteinander
“, findet Stadtler, die gemeinsam mit Freunden am Lauf teilnimmt. Unternehmer Jan Wellmann aus Hamburg wurde wegen einer Spende für den Lauf angesprochen und wollte nicht einfach nur Geld geben, sondern das Projekt auch aktiv unterstützen: „Wir haben zehn Startplätze unter unseren Kunden verlost und sind jetzt insgesamt mit 14 Teilnehmern hier. Solidarität, Bundeswehr und Sport ist eine gute Kombination
“, erklärt Wellmann, bevor es für seine Truppe auf die 3.000 Meter Runde geht.

Konkrete Hilfe
„Die Hilfe setzt da an, wo der Staat nicht mehr zahlt“, ist einer der Grundsätze der Oberst-Schöttler-Versehrten-Stiftung, die von den Einnahmen des Laufes unterstützt werden soll.
Vor Ort auf dem Sportplatz ist Stabsfeldwebel a.D. Stefan Deuschl Repräsentant und Ansprechpartner der Stiftung. Seit er bei einem Anschlag in Afghanistan beide Beine verlor, sitz er im Rollstuhl. Er wollte etwas tun und helfen, als er 2008 in den Vorstand der Stiftung eintrat: „Als Betroffener weiß ich was gebraucht wird und was wichtig ist
“, erklärt Deuschl. Das eingenommene Geld werde zum Beispiel für Zuschüsse zu Prothesen, Rollstühlen oder für die Betreuung der Angehörigen gebraucht.

Wiederholung im kommenden Jahr
Bei soviel positivem Zuspruch für die Veranstaltung dürfte feststehen, dass auch 2013 wieder ein „Solidaritätslauf“ stattfinden wird. Um Spenden einzuwerben, aber auch um das Thema Solidarität mit versehrten Soldaten und den Hinterbliebenen von Gefallenen weiter im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

