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Hallo – Dexter ist wieder da!

In den letzten drei Monaten hat sich so viel ereignet, dass ich kaum zum Schreiben gekommen bin. Aber heute ist draußen ein Mega-Eifel-Sauwetter, so dass man keinen Hund vor die Tür jagt. Nicht das mich das stören würde! Wir Chessies sind ja durch unsere dichte Unterwolle sehr wetterharte Hunde und können auch bei Schnee und Eiswasser eingesetzt werden! Aber die Zweibeiner haben es sich im Warmen gemütlich gemacht und deshalb ist mal etwas Luft, euch das Neuste zu erzählen.

Ein Bild des Hundes Dexter mit Osterdekoration.

Bald ist Ostern, aber irgendwas stimmt mit Hasi nicht! (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Mein Buddy Michael und ich üben zurzeit Spürarbeit nach dem Safe-Line-Prinzip und das geht so: Micha führt mich entlang eines auf dem Boden ausgelegten Seils, er auf der „sicheren“ Seite und ich bearbeite den Suchstreifen auf der anderen Seite.

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Ich muss Kong finden!

Dexter bei der Safe-Line-Arbeit mit seinem Buddy OStFw Bladt.

Meine Arbeit an der Safe-Line. (Quelle: SDstHundeBw/Wey)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt am Anfang ist da irgendwo im Boden ein Stückchen von meinem Spielzeug, einem Kong, versteckt. Blöderweise immer an unterschiedlichen Stellen, so dass ich sauber und konzentriert mit der Nase auf dem Boden spüren muss. Wenn ich das bekannte Duftfeld gefunden habe, kommt das von mir geliebte Klickgeräusch und meine Belohnung! Wir haben aus ernährungstechnischen Aspekten von der Eifler Landwurst auf das Spielen mit dem großen Kong - meinem absoluten Lieblingsspielzeug- als Belohnung umgestellt und das fetzt voll! Nicht, dass ich das von der Figur her als sportlicher Typ nötig gehabt hätte! Aber Micha meint, mit Spielen bestätigt zu werden, steht mir wildem Halbstarken doch besser zu Gesicht.

Zeige ich im Suchstreifen nichts an, kann das Seil um eine „Dexter-Breite“ verschoben werden und es geht von vorne los. Später, wenn ich mit allen Explosivstoffen voll fit bin, liegt da natürlich kein Spielzeug mehr rum, sondern echte Minen!

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Bester Geruchssinn

Dexter beim Kongspielen mit seinem Diensthundeführer Bladt.

Zur Belohnung spielt Micha mit mir und meinem Kong. (Quelle: SDstHundeBw/Wey)Größere Abbildung anzeigen

Alle anderen Lehrgangsteilnehmer des Minenspürhundführerlehrgangs müssen das Safe-Line-Prinzip mit ihren Diensthunden, übrigens alles Mädels, auch üben. Ich darf aber immer der Erste sein, da ich der Jüngste und der „Hahn im Korb“ bin, und natürlich weil mein Buddy der Ausbilder ist. Wir trainieren das an wechselnden Orten mit verschiedenen Untergründen und auch schon mit Ablenkungen, wie zum Beispiel vorbeifahrenden Autos. Letztens hat sogar jemand geschossen, das war plötzlich total laut! Aber ich hab mich nicht aus der Ruhe bringen lassen und das Kongstück trotzdem gefunden. Ein weiterer Schritt zum Vollprofi, sagt der Micha und der muss es ja wissen.

Mir fällt die „Nasenarbeit“ halt total leicht! Wenn ich schnüffele, wird nämlich ein kleiner Teil meiner Atemluft, in der die Geruchsmoleküle rumschwirren, durch eine kleine Schleimhautfalte in meiner Nase in eine blind endende Nebenhöhle umgeleitet, die voller hochspezialisierter Riechzellen ist. Da docken diese kleinen Geruchsteilchen dann an und die Info wird blitzschnell an mein Gehirn weitergeleitet und verarbeitet. Wusstet ihr, dass wir Hunde -je nach Länge unserer Nase- bis zu dreihundert Millionen von diesen Riechzellen haben können, unsere Riechschleimhautfläche fünfzigmal und unser Riechhirn zehnmal größer ist als beim Menschen? Das hatten wir neulich im Unterricht beim Truppenfachlehrer! Micha sagt, dass ich deshalb auch geringe Konzentrationen von Gerüchen erfassen, sie mir gut merken und sie auch unterscheiden kann! So klappt`s dann auch mit dem Minenspüren! Ich find das einfach stark, aber da muss echt was dran sein! Micha riecht nämlich den Marktstand vom Metzger nicht, bis er fast direkt davor steht, während mir die leichte, fleischige Räuchernote der Eifler Landwurst schon einen Kilometer vorher eine ordentliche Sabberschnute verpasst.

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Prüfungssituation: Mann mit Unterlagen, davor ein Hundeführer mit Hund.

Bei der Junghundesichtung. (Quelle: SDstHundeBw)Größere Abbildung anzeigen

Sichtung

Letzte Woche war meine Junghundesichtung. Da kommt ein Prüfer/Fachgutachter und überprüft, wie ich mich in verschiedenen Umweltsituationen verhalte, wie es um meinen Gehorsam, meinen Spieltrieb und mein Spürverhalten steht. Ich sag euch ehrlich, so´n bißchen ging mir vorher schon die Düse, aber ich war ja top vorbereitet! Zum Glück hat das Herr Fischbach, ich darf ihn „Fischi“ nennen, geprüft. Der fordert echt viel, ist aber super fair! Da musste ich zum Beispiel auf einen Tisch springen und auf eine Couch, also Dinge die zu Hause voll tabu sind. Danach sollte ich mein Lieblingsspielzeug aus einem Waschbecken, von einem Regal und aus einer Grube holen. Bei der nächsten Sache war ich etwas unsicher, aber ich hab´s natürlich hingekriegt.

Zuerst Treppen rauf und runter -easy, aber dann kam die Treppe, wo ich durchgucken kann. Das war am Anfang nicht so mein Ding, hat dann aber super geklappt. Ich bin ja schließlich ein Chessie und kein Weich… - oh, darf man das eigentlich öffentlich sagen? Als nächstes durfte ich zeigen, wie gut ich schon auf die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ höre und zum Schluss wurde mein Spielzeug an einem Auto versteckt. Eigentlich ist das ja nicht mein Job, da ich als angehender Minenspürhund nur für die Bearbeitung von Erdanlagen zuständig bin, aber es lief wie am Schnürchen. Die Sichtung ist ganz schön fordernd gewesen und ich war danach platt wie `ne Flunder! Nach einem kleinen Schläfchen in Micha´s Büro, hab ich mich zu Hause erstmal ordentlich feiern und verwöhnen lassen.

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Portraitfoto des Hundes Dexter.

Dexter mit neun Monaten. (Quelle: SDstHundeBw/Wey)Größere Abbildung anzeigen

Frohe Ostern

So, jetzt rührt sich was und ich glaub, wir gehen jetzt trotz des Wetters ´ne Runde Gassi! Hoffentlich ist es Ostern besser! Ich möchte die beiden Mädels doch kräftig im Garten bei der Ostereiersuche unterstützen und meine Riechzellen quasi zum Glühen bringen, denn das ist ja genau mein Ding! Und übrigens: ich bin schon ganz schön groß geworden und wie Micha sagt: „ein wilder Halbstarker, der jeden einzelnen Tag viel Freude macht!“

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Stand vom: 08.06.16 | Autor: 


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