Den idealen Athleten abbilden
In diesem Sommer feiert der Moderne Fünfkampf in London ein ganz besonderes Jubiläum: seit 100 Jahren ist diese Sportart olympisch. Pierre de Coubertin, Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit, hat diese Sportart entwickelt, um damit den idealen Athleten abzubilden. Erstmalig traten dann Moderne Fünfkämpfer bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm in den Disziplinen Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen, Springreiten und Crosslauf gegeneinander an.

An den finalen Tagen der Olympischen Spiele, also am 11. und 12. August, feiern die Fünfkämpfer in diesem Jahr ihre Disziplin in London. Grund genug für den Generalstabschef der British Army, General Sir Peter Wall, Soldaten und Moderne Fünfkämpfer aus vier Nationen nach Großbritannien einzuladen. Vor den Toren Londons, an der Royal Military Academy Sandhurst, traten vor zwei Wochen dann Briten, Iren, Tschechen und Deutsche gegeneinander an. „Natürlich waren wir auf diesen Wettkampf sehr gespannt“
, sagt Hauptgefreiter Claudia Knack, die zusammen mit Obergefreiter Ronja Döring und Feldwebel Christopher Link an der berühmten Offizierschule an den Start ging.

Neuer Modus bei Olympia
„Es waren ausschließlich Militärs, die an den Start gingen. Sonst starten wir üblicherweise bei zivilen Wettkämpfen. Aber wir wurden sehr herzlich empfangen und viele Athleten kannten wir ja bereits“
, so die 23-Jährige. Und für die Soldaten der Sportfördergruppe Berlin lief es auch richtig gut. Knack gewann bei den Frauen, gefolgt von Döring. Bei den Männern sicherte sich Link unter starker Konkurrenz den dritten Platz. Dabei kämpften die Athleten auch unter olympischen Bedingungen. Bei den Olympischen Spielen in London werden Schießen und Crosslauf erstmalig in der Disziplin Combined ausgetragen. „Und statt mit der Luftpistole wird dann mit einer Laserpistole geschossen“
, erzählt Knack. In Sandhurst konnten die Athleten bereits mit der oylmpischen Lasertechnik schießen. „Das Nachladen entfällt natürlich, das spart Zeit. Aber sonst wiegt die Pistole genauso viel und sieht kaum anders aus.“
Reiten ist auch Glückssache
Auch der Großteil der Pferde, die den Sportlern in Sandhurst erst kurz vor dem Wettkampf zugelost wurden, wird bei den Olympischen Spielen an den Start gehen. „Das Einreiten war für mich ein wenig holprig – das Pferd und ich hatten ein paar Abstimmungsschwierigkeiten“
, berichtet Knack nach dem Wettkampf. Doch diese Schwierigkeiten hielten sie nicht von ihrem Sieg ab – mit knapp 140 Punkten Vorsprung konnte sie in den abschließen Reit-Wettkampf gehen. „Doch Reiten ist ja immer eine Wackeldisziplin. Man weiß nie, welches Pferd man bekommt, außerdem sind die Briten wirklich gute Reiter. Aber nach meinem letzten Sprung wusste ich: Ja, ich hab das Ding gewonnen“
, freut sich die gebürtige Berlinerin.

Die Ziele für London
Seit zehn Jahren ist Knack, die aus dem Schwimmsport kommt, nun im Modernen Fünfkampf aktiv. 2009 feierte sie mit EM-Silber in der Staffelwertung und Staffel-Gold bei den Junioren- Europameisterschaften ihre größten Erfolge. „Leider hatte ich im vergangen Jahr einen Blinddarmdurchbruch und kämpfe mich jetzt erst langsam zurück.“
London ist für sie in diesem Jahr daher kein Thema, aber Rio 2016 ist eines ihrer Ziele. Und zusammen mit dem Sportsoldaten Link wird Knack in dieser Woche in Rom bei der WM in der Mixed-Staffel an den Start gehen. „Da will ich zeigen, dass mit mir zu rechnen ist.“



