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Logistiker holen Luftwaffen-Material an Land

172 Fahrzeuge, 149 Container und 21 Kabinen sind in Travemünde von einem Frachter entladen worden. Das Gerät gehört zu der Mission „Active Fence“ in der Türkei, die im vergangenen Oktober beendet worden ist. Nach den Soldaten ist nun auch ihr Gerät zurück.

LKW mit Raketenbehälter auf einem Schiffsdeck

Mission „Active Fence“ endgültig vorbei. PATRIOTs sind zu Hause. (Quelle: PIZ SKB/Kehle)Größere Abbildung anzeigen

Es ist bitterkalt an der Lübecker Wasserkante. Noch vor Morgengrauen hat der Frachter „Britannia Seaways“ am Skandinavienkai in Travemünde um 6.26 Uhr festgemacht. Auf drei Decks transportiert das Schiff Material der Flugabwehrraketen-Truppe aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: Lastwagen, Waffenträger, Container und Kabinen – insgesamt 2200 „Längenmeter“. Das Gerät stammt aus der Mission „Active Fence“ in der Türkei. Eine Woche nach der Rückkehr des Personals ist nun auch das Material wieder „zu Hause“.

Transporte – ein Job für die Streitkräftebasis

Soldaten bereiten eine Entladung vor

Die Delmenhorster Logistiker sind Spezialisten. (Quelle: PIZ SKB/Kehle)Größere Abbildung anzeigen

Kaum senkt sich die gewaltige Heckklappe des Frachtschiffs, gehen auch schon knapp 30 Soldaten der Streitkräftebasis ans Werk: Sie kommen aus der sechsten Kompanie des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst. Das ist die einzige Truppe der Bundeswehr, die auf den Hafenumschlag, das Be- und Entladen von Seetransporten spezialisiert ist. „Mit dieser Kompanie arbeiten wir ausschließlich und seit Jahren zusammen. Die ist richtig gut“, sagt Korvettenkapitän Claus-York Harder vom Logistikzentrum der Bundeswehr in Wilhelmshaven. Er leitet vor Ort die Entladung, hat mit seiner Abteilung den logistischen Anteil dieser Aktion organisiert.

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Bei minus acht Grad vom Schiff

Patriot-Fahrzeug am Hafen

Das Flugabwehrraketensystem war drei Jahre in der Türkei. (Quelle: PIZ SKB/Kehle)Größere Abbildung anzeigen

In dicke Kleidung eingepackt, leuchtende Warnwesten umgeschlungen und Arbeitshelme auf den Köpfen, lockern die Logistiker Zurrgurte, entfernen Bremskeile und werfen die ersten Motoren an. Nacheinander rollen die Fahrzeuge bei minus acht Grad Celsius aus dem Schiff und fahren in langen Reihen auf die Abstellflächen der Kaje. Viele Schäden sind nicht entstanden. Ein Wagen muss geschleppt werden; ein Anhänger hat einen platten Reifen – Defekte, die schon vor der Verladung im türkischen Iskenderun entstanden sind. Auch eine Bremse, die sich nicht lösen lässt, haben die Delmenhorster in Windeseile wieder zum Funktionieren „überredet“.

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Sicherheitsbestimmungen für Explosivmaterial

Eines der Decks ist nur zu zwei Dritteln gefüllt. Denn die Lenkwaffen der Patriot-Systeme sind bereits drei Tage zuvor im Hafen von Emden von Bord gekommen. Die Begründung liegt in Sicherheitsbestimmungen, die Korvettenkapitän Harder erläutert: „Wir haben ja zum Glück alle Flugkörper wieder mit zurückbringen können; deren Explosivmaterial übersteigt in der Masse allerdings die Menge, die für den Hafen in Lübeck zugelassen ist. Deshalb haben wir diese Waffen schon in Emden entladen.

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„Alle wieder heil gelandet“

Aufgereihte LKW

Nach dem Personal ist nun auch das Material wieder da. (Quelle: PIZ SKB/Kehle)Größere Abbildung anzeigen

Die Aktion in Travemünde bleibt zeitlich im Plan. Und der stellvertretende Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1 zeigt sich zufrieden. Oberst Wolfgang Rasquin, der aus Husum gekommen ist, war selbst Kontingentführer bei der Mission „Active Fence“ im türkischen Kahramanmaras: „Alle sind heil wieder gelandet“, betont der Oberst. Mit der Ankunft der „Britannia Seaways“ sei auch das Material wieder da – ausgenommen der Ausrüstungsgegenstände, die gleich an die Kameraden der Luftwaffe im türkischen Incirlik übergeben wurden, die dort im Zusammenhang mit dem aktuellen Syrien-Einsatz stationiert werden.

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Verteilung dauert einige Tage

Verteilung dauert einige Tage Im Lauf des Morgens ist die „Insel“ aus grünen Fahrzeugen im Meer aus zivilen Containern und Lastzügen immer weiter gewachsen. Soldaten der Luftwaffe stehen bereit, um ihre Fahrzeuge abzuholen. „Gegen 10.30 Uhr kann der erste Konvoi in Richtung Husum starten“, sagt Claus-York Harder. Bis das gesamte Material auf die Standorte der Flugabwehrraketengruppen in Bad Sülze und Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern und Husum in Schleswig-Holstein verteilt ist, werde es aber noch einige Tage dauern.

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Gute Zusammenarbeit mit Schiffs-Crew

Interviewsituation mit Soldat

Oberst Wolfgang Rasquin: „Alle sind heil wieder gelandet“. (Quelle: PIZ SKB/Kehle)Größere Abbildung anzeigen

Es funktioniert auch deshalb so gut mit dem Transport, weil wir seit Jahren mit der Besatzung der ,Britannia Seaways‘ hervorragend zusammenarbeiten und auch dieses Schiff und seine Eigenheiten kennen“, erklärt Korvettenkapitän Harder. Die „Britannia Seaways“ macht bereits am Nachmittag wieder los. Das Schiff gehört mit mehreren anderen Frachtern zu einem deutsch-dänischen Projekt, das den „gesicherten gewerblichen strategischen Seetransport“ der dänischen und deutschen Streitkräfte sichern soll.

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Stand vom: 01.07.16 | Autor: 


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