Im Team lernen
„Wir nutzen diese Woche vor allem noch einmal, um auch außerhalb von Beelitz das Führungspersonal zusammenzuziehen“
, so Oberstleutnant Boris Nannt, Kommandeur des Logistikbataillons 172. „So schaffen wir das Führungsteam zusammenzuschweißen.“
Mit rund 15 Soldaten seiner Führungsriege besucht er zur Vorbereitung auf den Einsatz in Afghanistan die Zentrale Führerausbildung ISAF am Zentrum Innere Führung in Koblenz. Vor Ort schulen Referenten das Führungspersonal fünf Tage in Themen der Inneren Führung.

„Wir gehen explizit auf die Themen Stress- und Belastungsmanagement, Rechtsgrundlagen, die aktuelle politische Lage im Einsatzland und interkulturelle Kompetenz ein“
, so der Hörsaalleiter Oberstleutnant Wolfgang Christ. „Dabei sind die Themen jeweils auf das entsprechende Einsatzland abgestimmt.“
Rund 20 Mal im Jahr finden die Lehrgänge statt – fast ein Drittel der Lehrgänge ist auf den Einsatzort Afghanistan gemünzt.

Auf das Führungspersonal zugeschnitten
„Der Lehrgang ist eigentlich ein Serviceangebot des Zentrums Innere Führung“
, so Christ. „Der Leitverband für den Einsatz benennt die Teilnehmer, das Zentrum stellt dann die Infrastruktur und plant die Ausbildung“
. Somit ist gewährleistet, dass das gesamte Führungspersonal, dass auch im Einsatz zusammenarbeiten wird, vor Ort geschult und für die Themen sensibilisiert wird. Hauptsächlich richtet sich das Angebot vor allem an den jungen Führernachwuchs, der das erste Mal in den Einsatz verlegt. „Aber auch für Soldaten, die diese Themen gerne noch einmal auffrischen wollen ist das Programm bestens geeignet“,
so Christ.

Interkulturelle Kompetenz
Ein Ausbildungsschwerpunkt in der Lehrgangsplanung liegt auf dem Thema Interkulturelle Kompetenz. Im Einsatz treffen die Soldaten auf die unterschiedlichsten Kulturen mit anderen Wertvorstellungen, Verhaltensweisen und Erwartungen. Nur wer diese Unterschiede kennt und auf diese Rücksicht nimmt, kann das Konfliktpotential reduzieren und gemeinsame Ziele besser erreichen. Gerade in diesem Bereich ist es wichtig das Führungspersonal zu schulen, damit es als Multiplikator in der eigenen Dienststelle wirken kann.

Teambuilding
Für den Kommandeur des Logistikbataillons 172 hat der Lehrgang aber noch einen ganz anderen entscheidenden Vorteil: Besonders in der Einsatzvorbereitung ist das Führungspersonal oft durch unterschiedlichste Lehrgänge und an der Dienststelle gebunden. Das Tagesgeschäft muss trotzdem weiter laufen. Mit dem zentralen Lehrgang in Koblenz ist jedoch ein Großteil der Führungsriege noch einmal gemeinsam weg vom Dienstort Beelitz. „Wir nutzen die Lehrgangspausen und die Zeiten nach Ausbildungsabschnitten effektiv, um uns über den bevorstehenden Einsatz und die daraus resultierenden Herausforderungen zu unterhalten und im Team zusammenzuwachsen“
, so Nannt. „Auch mit unserem Schwesterbataillon 171 aus Burg.“
Denn bereits jetzt ist das Führungspersonal aus Burg in Koblenz. Das Bataillon wird die logistischen Aufgaben in Afghanistan von ihren Kameraden aus Beelitz Anfang 2013 übernehmen. „So können wir bereits jetzt erste Absprachen diesbezüglich treffen“,
so Nannt.



