Geburtsstunde des Führungskommandos der Streitkräftebasis
Am Horizont wartet eine Streitkräftebasis, ausgerichtet an der Maxime „Vom Einsatz her denken!“ – kompakt, mit klaren Verantwortlichkeiten und auf ihre Fähigkeiten konzentriert! Das schreibt Vizeadmiral Manfred Nielson für die kommenden Monate in das Lastenheft seines neuen Kommandos und der Streitkräftebasis insgesamt. Der Inspekteur der Streitkräftebasis übernahm die Dienststelle, die durch den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, mit einem feierlichen Appell in Bonn in Dienst gestellt wurde.

Der Ansatz „vom Einsatz her“ zu denken, lässt sich an den Strukturen der künftigen Streitkräftebasis festmachen. Dem Inspekteur unterstehen direkt die neuen Fähigkeitskommandos. Diesen folgen in der Hierarchie unmittelbar die Verbände. Darüber hinaus führt das neue Kommando auch Dienststellen wie zum Beispiel das neue Wissenschaftszentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften oder die Führungsakademie der Bundeswehr. „Aufbauend auf unserem Selbstverständnis und konsequent ausgerichtet an unserem Kernauftrag, haben wir die alte Streitkräftebasis auf den Prüfstand gestellt und die Sinnhaftigkeit der Aufgabenwahrnehmung in den bisherigen Strukturen hinterfragt“
, erläuterte Vizeadmiral Nielson in seiner Ansprache auf der Bonner Hardthöhe. Stärker als bisher steht die Leistungserbringung der Streitkräftebasis im Vordergrund. So gehen die operativen Elemente, Regimenter, Bataillone und Zentren gestärkt in die Zukunft. Nielson: „Flache Hierarchien und klare Verantwortlichkeiten werden das unverwechselbare Markenzeichen der neuen Streitkräftebasis sein!“

Auf die Zukunft ausgerichtet
Die neu geschaffenen Fähigkeitskommandos werden mit Beginn des kommenden Jahres in Dienst gestellt. Aus Bonn wird der Kurs für die Streitkräftebasis bestimmt. Das Kommando stellt zentralisiert deren Einsatzbereitschaft und Auftragserfüllung insgesamt sicher. Unter der Führung des Inspekteurs der Streitkräftebasis werden im Kommando rund 650 militärische und knapp 100 zivile Mitarbeiter dienen. Insgesamt werden in der Zielstruktur der Streitkräftebasis zirka 48.000 Menschen für die Einsatzbereitschaft aller Organisationsbereiche der Bundeswehr arbeiten. Heer, Luftwaffe, Marine und Sanitätsdienst können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Doch heißt dies auch weiterhin, dass „wir meist die ersten im Einsatz sind und die letzten, die das Einsatzgebiet wieder verlassen“
, so Nielson.

Herausforderungen meistern
Der Vizeadmiral warb für die Übernahme von Verantwortung in seinem Kommando und der Streitkräftebasis, die nach den Worten des Generalinspekteurs der Bundeswehr – General Volker Wieker – das Fundament bildet, auf das alle bauen. Dabei bleiben Wirtschaftliches Handeln, Wertschöpfung und Controlling der Markenkern der Streitkräftebasis; sie sind bewährte Konstanten, verspricht Vizeadmiral Nielson. „Als Führungskommando werden wir Umbau, Abbau und Aufbau ausbalancieren und die Streitkräftebasis in die neue Struktur führen. Zeitgleich müssen wir uns den täglichen Herausforderungen einer Bundeswehr im Einsatz stellen und diese mit unseren Fähigkeiten unterstützen“
sagt er. Eine der Hauptaufgaben, die bereits auf der Agenda stehen, ist die Rückführung des Materials aus dem Afghanistan-Einsatz.

Menschen im Vordergrund
Mit der Aufstellung des Kommandos Streitkräftebasis greift die Neuausrichtung der Bundeswehr weiter Raum. Das ambitionierte Tempo, welches dabei vorgelegt wird, diktiert die Gegebenheiten. In alte Strukturen zu investieren, macht keinen Sinn. Denn bereits heute ist beinahe die Truppenstärke der Bundeswehr von 185.000 Soldatinnen und Soldaten erreicht, die sich aber derzeit noch in der Dislozierung und den Strukturen für 250.000 Soldaten befinden. „Ich weiß sehr wohl, was ich Ihnen in den letzten sechs Monaten abverlangt habe“
, wandte sich Vizeadmiral Nielson an die angetretenen Abordnungen der künftigen Fähigkeitskommandos. „Ich kann auch nicht versprechen, dass wir schon bald in ruhigere Bahnen kommen werden.“
Denn bis zum Herbst 2013 wird die organisatorische Neuausrichtung komplett abgeschlossen. Die rasche Einnahme der neuen Organisation diene auch dazu, die militärischen und zivilen Mitarbeiter mit ihren Familien nicht zu überfordern.

Stolz
Daher setzte Nielson bereits vor einigen Wochen ein deutliches Signal an die Truppe. Schnell und unbürokratisch wurden nach der Verabschiedung des Personalstärkegesetzes Soldaten weiter verpflichtet. Kein anderes „Unternehmen“ in Deutschland bietet seinen Mitarbeitern sichere Perspektiven von bis zu 20 Jahren und länger. Als Beispiel nannte der Inspekteur die Qualifizierungsmöglichkeiten und betonte, auch im Personalwesen neue Wege beschreiten zu wollen. Sichtbares Zeichen dafür nach außen und innen ist die Imagekampagne der Streitkräftebasis, die er im Zusammenhang mit der Indienststellung des Kommandos Streitkräftebasis vorstellte. Diese steht ganz im Zeichen der erbrachten Leistungen und der damit verbundenen Verantwortung: „Sie können zurecht stolz auf das sein, was Sie für die Bundeswehr und die Streitkräfte als Ganzes leisten.“
Die Streitkräftebasis ist das Rückgrat der Streitkräfte. Ohne sie könnten andere ihre Leistung nicht erbringen.

