Im Nahkampf
Nahkampfbahn, Nahkampftechniken in einem fahrenden Bus, verschiedene Stand- und Bodentechniken oder das waffenlose Abwehren eines Stichwaffenangriffs – die Ausbildungsinhalte der Basisausbildung im militärischen Nahkampf sind äußerst vielfältig. Im Juli führte das Führungsunterstützungsbataillon 293 diese fordernde Ausbildung erstmals im eigenen Bereich durch. Ziel dabei, innerhalb des Bataillons weitere Ausbilder als Multiplikatoren zu qualifizieren. Einsatznah und erlebnisorientiert absolvieren die Teilnehmer dabei in drei Wochen die unterschiedlichsten Aufgaben.

Vor Beginn des Ausbildungsprogrammes musste ein umfangreicher Eignungstest durchlaufen werden – alle Teilnehmer müssen in der geeigneten physischen Verfassung sein und den Belastungen des Lehrgangs standhalten können. „Wichtig ist auch die theoretische Einführung“
, so der Lehrgangsleiter Oberfeldwebel Bert Bauer. „Die Teilnehmer müssen mit den wichtigsten Sicherheitsbestimmungen vertraut gemacht werden.“
Ein angepasster Zahnschutz und ausgegebene Protektoren sorgen zusätzlich dafür, dass sich in der gesamten Ausbildungszeit niemand ernsthaft verletzt.

Instinktiv richtig Handeln als Ziel
In drei Wochen absolvierten insgesamt zwölf Lehrgangsteilnehmer verschiedenste Aufgaben. Die Teilnehmer erlernten innerhalb der ersten zwei Unterrichtswochen knapp 60 Boden- und Standtechniken, die durch Vormachen, Erklären, Nachmachen und Üben gefestigt wurden. „Höhepunkt der dritten Woche ist das Stress- und Szenarien-Training in einem Bus, bei dem die bereits erlernten Techniken auf engem Raum abverlangt und noch erweitert werden“
, so Bauer.

Harte Anforderungen
Zum Ende der dritten Woche erfolgte die anspruchsvolle Abschlussprüfung, in der 20 Stand- und zehn Bodentechniken geprüft wurden. Zudem mussten die zukünftigen Nahkampfausbilder die Nahkampfbahn durchlaufen. „Unter starker körperlicher Belastung werden die Teilnehmer fünf unterschiedlichen Angriffen, unter anderem durch Messer, Stöcke und einer Waffe ausgesetzt und müssen diese erfolgreich abwehren“
, erklärt Bauer. „Und das Ganze in einem zeitlich fest vorgegebenen Rahmen.“
Auch eine Lehrprobe als Ausbilder vor der Gruppe im militärischen Nahkampf mussten die zwölf Teilnehmer bestehen.

Erlebnisorientiert und einsatznah
Das Absolvieren der Nahkampfbahn, die Anwendung der Nahkampftechniken in einem fahrenden Bus als Ausbildungshöhepunkt sowie das Anknüpfen an bereits erlernte Techniken aus dem neuen Schießausbildungskonzept unter dem Einsatz von Manövermunition unterstrichen den einsatznahen und erlebnisorientierten Charakter des Lehrgangs. „Mit den erfolgreichen Absolventen, die jetzt auch selbst ausbilden dürfen, wurde der Grundstock gelegt, mit dem militärischen Nahkampf aller Truppen ein weiteres Ausbildungsfeld zu erschließen“
, so Bauer. Neun Teilnehmer konnten zum Abschluss stolz ihre Urkunde vom Bataillonskommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 293 entgegen nehmen.

