Mit Vollgas aus dem Urlaub
Vier Wochen Urlaub in Deutschland – bestens erholt bin ich wieder in Äthiopien gelandet. Viel Zeit zum eingewöhnen blieb mir allerdings nicht. Die Arbeit holte mich sofort wieder ein und in allen Ausbildungsbereichen ging es weiter. Es wurde munter weiter gebaut und die einzelnen Shops wurden weiter ausgerüstet. Wir haben Ausbildungsplakate angebracht und die einzelnen Shops mit Außenschildern versehen, damit man nun auch jeder erkennen kann, wie die neu renovierten und ausgestatteten Bereiche heißen.

Zusätzlich lieferten aus Deutschland zwei große Sattelschlepper Tonnen von Material an. Da in Äthiopien Regenzeit herrscht, hatten wir Probleme beim Abladen des Materials. Unser Gabelstapler fuhr sich dreimal im aufgeweichten Boden fest, so dass wir improvisieren mussten. Mit Hilfe unseres Beratergruppenleiters und dessen Dienstwagen gelang es uns, den dreieinhalb Tonnen schweren Stapler immer wieder frei zu bekommen. So konnte dann doch das gesamte Material abgeladen und sicher in den Shops zwischengelagert werden.

Keine Pause
Doch an Pause war danach nicht zu denken. Mitte August besuchte uns eine Delegation des Bundesministeriums der Verteidigung, um sich einen Überblick der Fortschritte in Holeta zu verschaffen. Die Delegation war mehr als zufrieden mit dem was erreicht wurde – es wurden Klassenräume komplett mit allem Zubehör ausgerüstete, eine Kraftfahrzeugelektrikhalle mit allen Ausbildungsfahrzeugen bestückt und vieles mehr. Zudem war diese Delegation auch in Äthiopien um den Vertrag zwischen Deutschland und Äthiopien neu zu verhandeln.

Hochrangiger Besuch
Ende August traf der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey in Addis Abeba ein. Eine sehr schöne Sache für uns, denn es ist eine Bestätigung unserer Arbeit hier in Holeta, wenn ein Mitglied des Deutschen Bundestages uns hier besucht. Doch leider konnte er sich nicht persönlich in Holeta von unserer Arbeit überzeugen, da der Äthiopische Premierminister seiner schweren Krebskrankheit erlag und verstarb. Alle Feierlichkeiten und offiziellen Veranstaltungen seitens der äthiopischen Regierung wurde deshalb abgesagt – es herrschte Staatstrauer in Äthiopien.

Ein Highlight für mich
Eine schöne Begegnung am Abschiedsabend hatte ich dann aber auch noch. Im Hotel, in dem wir unseren gemeinsamen Abschiedsabend mit der deutschen Delegation verbrachten, trafen wir auf die äthiopische Läuferlegende Haile Gebrselassie. Es war für mich schon etwas Besonderes, sich mit einem solchen Spitzensportler und Weltklasseathleten zu unterhalten. Wenn man dann auch noch großen Dank von ihm für unsere tägliche Leistung erhält, dann dürfen ich und meine Kameraden sehr wohl stolz auf unsere Arbeit sein.

