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Geschützter Transportraum

Mit dem neuen GTF Zetros 5t schließt die Bundeswehr eine Fähigkeitslücke im Transport. Fünf Tonnen Nutzlast ist die am Häufigsten benötigte Kapazität in der militärischen Logistik. Wegen fehlender Ausstattung griffen die Logistiker bisher auf gepanzerte Fahrzeuge oder Lastwagen mit modularer Schutzausstattung zurück. Geschützte Transportfahrzeuge vom Typ MULTI A4 FSA sind in der Klasse bis zwölf Tonnen Nutzlast angesiedelt. Der Zetros macht Schluss mit Zwischenlösungen und Improvisationen.

Lastwagen im Gelände

Neu in der Truppe: Das GTF Zetros 5t. (Quelle: PIZ SKB/Bier)Größere Abbildung anzeigen

Denn angesichts der Bedrohungslage im Einsatz sind diese nicht immer zweckmäßig. Fahrzeuge mit Nutzlasten bis fünf Tonnen sind mobiler und kleiner und daher für verschiedene Transportaufträge besser geeignet als ihre großen Pendants. Doch das war nicht das einzige Kriterium, das die Beschaffer ihren Überlegungen zu Grunde legten. Der Zetros stellt ein Novum in der Entwicklung dar. Man dachte konsequent vom Einsatz her. So ist der neue Lastwagen das erste Logistikfahrzeug, das beispielsweise für alle notwendigen Führungsmittel und eine Waffenstation vorbereitet ist. Teure und zeitintensive Nachrüstungen sind dadurch nicht erforderlich.

Lastwagen im Detail fotografiert

Das Fahrerhaus bietet Schutz. (Quelle: PIZ SKB/Bier)Größere Abbildung anzeigen

Das Konzept

Das allradgetriebene Fahrzeug ist für die Überwindung schwersten Geländes konstruiert. Allradantrieb, Quer- und Längssperren der Differentiale sowie der drehmomentstarke Motor gewährleisten, dass auch extreme Fahrsituationen gemeistert werden. Die eingesetzte Technik sichert Steigfähigkeiten von bis zu 80 Prozent. Ein 6-Zylinder-Reihenmotor treibt den Zetros mit rund 330 PS an. Die Motor-Getriebeeinheit ist über der Vorderachse unter einer Haube angeordnet, die für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten unabhängig von der Kabine nach vorn gekippt werden kann. Daraus ergibt sich eine vergleichsweise niedrige Gesamthöhe des Fahrzeugs, welche unter anderem die taktische Mobilität verbessert. Zudem ergibt sich beim Zetros eine gleichmäßigere Achslastverteilung.

Lastwagen im Gelände

Die Ausführung des Zetros macht ihn hoch geländegängig. (Quelle: PIZ SKB/Bier)Größere Abbildung anzeigen

Die geschützte Kabine bietet der Besatzung neben den Sitzplätzen genügend Stauraum für ihre persönliche Ausrüstung sowie für notwendige Kommunikationseinrichtungen. Das Fahrerhaus wurde aus Panzerstahl mit zusätzlichen Schutzelementen gefertigt und bietet den Logistikkräften im Einsatz jenen Schutz, wie er für landgestützte Operationen gefordert ist. Die Kabine schützt die Besatzung vor Beschuss mit Handwaffen, Artillerie-Splittern und Ansprengungen mit Minen und IED (Improvised Explosive Device) sowie vor der Wirkung von Panzerabwehrhandwaffen.

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Lastwagen im schwerem Gelände bergabfahrend

An Grenzen herantasten. (Quelle: PIZ SKB/Bier)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung

Die ersten drei von insgesamt 110 Zetros erhielt das Kraftfahrausbildungszentrum Mechernich. Nur in der Eifel bildet die Bundeswehr auf den geschützten Transportfahrzeugen aus. 560 Soldaten durchlaufen den Lehrgang zum Erwerb der Fahrerlaubnisklasse „G“ für geschützte Fahrzeuge. Das ist notwendig, denn die Ausstattung von logistischen Militärfahrzeugen mit geschützten Fahrerhäusern verursacht einen bedeutenden Gewichtsaufwuchs. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Fahreigenschaften. Höherer Schwerpunkt und erhöhte Lenkkräfte wirken auf den Fahrer. Ebenso müssen sich selbst erfahrene Fahrzeugführer an die veränderten Grenzbereiche herantasten. Sie unterscheiden sich erheblich von denen herkömmlicher Lastkraftwagen. Auch von den am Heimatstandort gebräuchlichen Fahrzeugmustern. Nur wer bereits vorab intensiv und unter möglichst realistischen Fahrbedingungen geschult wird, ist in der Lage, einen Zetros oder MULTI FSA im Einsatz sicher zu beherrschen. Dazu bietet Mechernich mit seinem Geländeparcours die besten Voraussetzungen. Die Dienststelle der Streitkräftebasis bildet Fahrer aus Verbänden aller Teilstreitkräfte und aus ganz Deutschland aus.

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Lastwagen im Stand

Schließ endlich die Fähigkeitslücke. (Quelle: Daimler AG)Größere Abbildung anzeigen

Im Einsatz

Die Bundeswehr setzt geschützte Fahrzeuge hauptsächlich in Afghanistan ein. Dort stehen rund 1.250 Fahrzeuge unterschiedlichster Schutzklassen und Funktionen zur Verfügung. Die Palette reicht vom Wolf SSA über den Eagle IV und Patrouillenfahrzeugen des Typs Dingo bis zum Schwerlasttransporter Multi. Bei den geschützten Transportfahrzeugen konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden. Zudem werden derzeit mehr als 120 geschützte Transportfahrzeuge der Zuladungsklassen 5 beziehungsweise 15 Tonnen beschafft. Die ersten 12 Stück – in diesem Fall GTF Zetros 5t – werden im Februar an den Hindukusch verlegen, wo sie dann ab März zur Verfügung stehen.

Das wertvollste Gut der Streitkräfte sind ihre Menschen. Die Bundeswehr sieht sich in der Pflicht, die Risiken für ihre Soldaten im Einsatz so gering wie möglich zu halten. Dazu dienen auch besonders geschützte Fahrzeuge. Darum wurde der Zetros in kürzester Zeit auf den Weg gebracht. Vor weniger als einem Jahr wurde der Auftrag an die Industrie vergeben. 25 Zetros sind bereits ausgeliefert. In diesem Jahr ist die Auslieferung von 47 Fahrzeugen und weiterer 38 Fahrzeuge für 2014 vorgesehen. 72 davon gehen an die Logistikverbände der Streitkräftebasis und bilden die Schnittstelle für unterschiedliche Transportaufgaben und Plattformen.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: 


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