Eingesetzt als Wetterbeobachter
Die Piloten des Jagdbombergeschwaders 31 „B“ verlassen sich auf Christian Boeck und seine Kameraden. Der Hauptfeldwebel ist Wetterbeobachter am Militärflugplatz in Nörvenich. Seine beobachteten und gemessenen Wetterparameter finden Eingang in das tägliche Briefing der Flugzeugführer. Für sie spielt das Wetter eine zentrale Rolle.

Es klingt wie eine Tätigkeit aus den Pioniertagen der Fliegerei: Wetterbeobachter. Angesichts moderner Technik und eigener Erfahrungen mit Wetterportalen im Internet und dem Wetterberichten der Medien ist es kaum vorstellbar, dass Soldaten und zivile Mitarbeiter des Geoinformationsdienstes nach dem Wetter schauen. „Ganz so einfach ist es nicht“
, sagt Christian Boeck. Der Hauptfeldwebel erläutert, dass es vor allem um Wetterphänomene geht, welche Einfluss auf den Flugbetrieb haben könnten. „Meine Beobachtungen und Messungen gebe ich an die Wetterberater weiter. Diese gleichen meine Angaben mit ihren Vorhersagen und weiteren Meldungen ab. So erhalten die Piloten schließlich wichtige Informationen für ihre Flüge.“

Mensch und Technik
Tägliche Routine für Boeck sind zum Beispiel die Besonderheiten der Wetterbeobachtung am Flugplatz. „Winde oder Nebelentwicklung sind auch heute noch am besten mit menschlichen Sinnesorganen wahrnehmbar“
, erklärt er. Gewitter kündigen sich durch bestimmte Wolkenbilder an, Stürme kann man förmlich fühlen, wenn sie herannahen. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Aufnahme der gemessenen Wetterdaten, wie etwa die Regenmenge. Die entsprechenden Messgeräte und Sonden müssen regelmäßig gewartet werden, was ebenfalls von den Spezialisten übernommen wird. „Und wenn die Geräte mal streiken, sind althergebrachte Verfahren gefragt“
, sagt der 36-jährige Berufssoldat und führt einen Windmesser vor. „Der Flugbetrieb muss laufen!“

Exoten
Die Wetterbeobachtung ist eine Fähigkeit der Streitkräftebasis, welche hauptsächlich der Luftwaffe zur Verfügung steht, aber natürlich auch auf den Flugplätzen der Heeres- und Marineflieger benötigt wird. Die Arbeit der „Wetterfrösche“ erfolgt rund um die Uhr im Schichtdienst, was einen vergleichsweise hohen Personalbedarf mit sich bringt. Daher wurden vor einigen Jahren zur Deckung des Bedarfs auch zivile Beamte in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten übernommen. Diese Möglichkeit nahm auch Christian Boeck wahr, weil „mich die übrigen soldatischen Tätigkeiten auch interessieren“
, sagt er und hat nun bessere Chancen auf berufliche Förderungsmaßnahmen. Erfahrungen als Soldat hatte er schon im Grundwehrdienst gesammelt. Als Reservist war er schon im Afghanistan-Einsatz. Auch von seinem jetzigen Standort aus verlegte er schon mehrfach an den Hindukusch. Insgesamt 13 Mal, was deutlich macht, wie wichtig dieser „Service“ für die Fliegerei ist.

Spezialisten
Stündlich beobachtet Hauptfeldwebel Boeck das Wetter und trägt die Daten in entsprechende Formulare ein. „Das ist der Normalfall.“
Bei Wetterlageänderung meldet er direkt an die Wetterberater oder gibt eine Warnung aus. „Das geht soweit, dass im Extremfall der Flugbetrieb abgesagt wird!“
Die Erfahrungen der Wetterbeobachter ergeben mit denen der –berater ein meist treffsicheres Bild der Lage. Den Unterschied zwischen den beiden Spezialisten erklärt Boeck mit einfachen Worten: „Wir Beobachter sagen wie es ist, der Berater weiß wie’s Wetter wird.“
Daten und Werte wie Windgeschwindigkeiten, Luftdruck und Temperatur liefert der Computer, der an die Wetterdienste angeschlossen ist. Das ganze wird dann ausgewertet und bearbeitet.

Ausbildung
Christian Boeck absolvierte seine berufliche Ausbildung beim Deutschen Wetterdienst. Etwa zwei Jahre dauert die Ausbildung zum GeoInfoFeldwebel Wetterbeobachtung der Bundeswehr. Menschen mit dieser Fähigkeit können mit dem Dienstgrad Feldwebel in die Streitkräftebasis eintreten. Unteroffiziere ohne Portepee gibt es in dieser Verwendung nicht.



