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Ein Riese mit dem Diskus

Obergefreiter Markus Münch ist Sportsoldat in der Sportfördergruppe Frankfurt/Oder. Mit seinen 2,07 Meter Körpergröße ist er ein Riese im Ring. Er hat ein großes Ziel: Die Endrunde bei den Olympischen Spielen in London zu erreichen. Dafür gibt er alles – die Bundeswehr bietet im dafür die besten Trainingsbedienungen und Voraussetzungen.

Ein Sportler im Diskusring
Ziel Endrunde. (Quelle: IMZ/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Herr Obergefreiter Markus Münch, Sie sind Diskuswerfer. Wie sind Sie zu ihrem Sport gekommen?

Ich habe bereits mit sechs Jahren mit der Leichtathletik begonnen. Im Laufe der Jahre habe ich zwar einige andere Sportarten, wie beispielsweise Fußball, Badminton, Tischtennis und Basketball ausprobiert, aber schließlich bin ich bei der Leichtathletik geblieben. Mit 15 Jahren habe ich dann begonnen intensiver und leistungsorientiert zu trainieren – allerdings zu dem Zeitpunkt noch disziplinübergreifend mit dem Ziel Zehnkampf. Erst 2005 habe ich mich ausschließlich auf den Diskuswurf konzentriert. Ich sah mit meinen körperlichen Voraussetzungen – 2,07m Körpergröße und 2,20m Armspannweite –eine größere Perspektive in dieser Disziplin meinen Traum von Kindesbein an, zu erreichen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

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Was ist für Sie das entscheidende bei ihrer Sportart?

Der Diskuswurf ist eine sehr komplexe Disziplin in der Leichtathletik. Als Athlet muss man das optimale Gleichgewicht aus Technik, Kraft und Schnelligkeit finden, um den optimalen Wurf zu erreichen. Der rund zwei Kilogramm schwere Diskus muss mit Hilfe von einer eineinhalbfachen Drehung innerhalb von 1,5 Sekunden in einem 2,5 Meter großen Ring auf bis zu 90 Kilometer pro Stunde beschleunigt werden. Nur so kann ich eine Weite jenseits der 65 Meter erzielen. Wir müssen auf den ersten 20 Metern so schnell sein wie ein Topsprinter, so viel Kraft haben wie ein Gewichtheber und ein Körpergefühl wie ein Turner oder Tänzer. Das alles macht das Training sehr umfangreich und abwechselnd.

Ein Sportler beim Diskuswerfen
Sehr komplexe Disziplin. (Quelle: IMZ/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Im Jahr 2012 steht für Sie ein Highlight auf dem Wettkampfplan – die Olympischen Sommerspiele in London. Wie bereiten Sie sich auf das Event vor?

Davor standen für mich im Juni noch die Deutschen Meisterschaften in Bochum/Wattenscheid und die Europameisterschaften in Helsinki an. Meine Olympia Vorbereitung mit einem einwöchigen Trainingslager im Bundesleistungszentrum in Kienbaum begann bereits vor der Europameisterschaft. Direkt nach der Europameisterschaft bin ich dorthin zurückgekehrt. Mit nur ein paar Tagen Unterbrechung in der Heimat, werde ich dann dort meine komplette Vorbereitung bis zur Abreise nach London mit einem Großteil der Leichtathletikmannschaft durchführen. Wir haben dort optimale Trainingsbedingungen und eine umfangreiche medizinische und physiotherapeutische Betreuung.

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Welche Erwartungen haben Sie bei den olympischen Sommerspielen an sich selbst und an die Spiele an sich?

Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Spätestens seit Sydney 2000 habe ich das große Ziel an Olympischen Spielen teilzunehmen. Es ist das Größte, was man als Leichtathlet erreichen kann. Ich habe bereits bei zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft vor einer großen Kulisse werfen können. Doch ganz besonders in Erinnerung bleibt mir die Heimweltmeisterschaft 2009 in Berlin. Die Unterstützung durch das Publikum war beeindruckend und hat mich sehr beflügelt. Ich denke allerdings, dass diese Erfahrungen in London noch einmal weit übertroffen werden. Ich freue mich riesig darauf. Ich selbst möchte gerne das Finale erreichen, das bedeutet in der Qualifikation unter die besten Zwölf zu kommen. In dieser Saison ist die Weltspitze sehr eng zusammen, sodass im Finale einiges möglich wäre – die Tagesform entscheidet.

Eine Hand hält einen Diskus
Das Sportgerät. (Quelle: IMZ/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Als Sportsoldat sind Sie in der Sportfördergruppe Frankfurt/ Oder. Warum haben Sie sich für die Sportförderung der Bundeswehr entschieden, andere staatliche Organisationen bieten ja ebenfalls eine Sportförderung an?

Nach dem Abschluss meines Studiums der Sportwissenschaft hat mir die Sportfördergruppe der Bundeswehr die optimale Vorrausetzung geschaffen, mich voll auf den Sport zu konzentrieren. Ich kann in den nächsten Jahren, neben der militärischen Ausbildung, alles auf die Karte Sport setzen und somit hoffentlich internationale Erfolge erzielen. Die Sportfördergruppe ermöglicht mir somit, meinen Berufseinstieg um ein paar Jahre zu verschieben, welcher eventuell sogar bei der Bundeswehr liegen wird.

Ein Portraitbild eines Soldaten
Verbunden mit der Bundeswehr. (Quelle: IMZ/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Wie identifizieren Sie sich mit der Bundeswehr und wie macht sich dies bemerkbar?

Ich versuche so oft wie möglich meinen Arbeitgeber, die Bundeswehr, zu repräsentieren – sei es bei öffentlichen Auftritten, nationalen und internationalen Wettkämpfen oder auch im täglichen Training. Auch wenn mein Hauptaugenmerk auf dem Sport liegt, drücke ich damit die Verbundenheit zur Bundeswehr aus.

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Stand vom: 08.08.12 | Autor: 


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