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Gelöbnis mit historischem Hintergrund

60 Jahre ist es her, da begrüßte Bundeskanzler Konrad Adenauer am 20. Januar in der Andernacher Kaserne die ersten Rekruten der neuen Streitkräfte wenige Tage nach ihrem Dienstantritt. In Erinnerung daran legen 77 Rekrutinnen und Rekruten der Streitkräftebasis aus Gerolstein, Kastellaun und Daun ihr Gelöbnis auf dem Marktplatz in Andernach ab. Als geladene Gäste mit dabei: rund 30 Zeitzeugen und Soldaten der ersten Stunde.

Sechs Soldaten legen ihre Hand auf den Fahnenstock und geloben

Der feierlichste Moment eines Gelöbnisses. (Quelle: PIZ SKB/Alpers)Größere Abbildung anzeigen

Für die jungen Frauen und Männer ist es ein feierlicher Moment. Sie sehen sich durchaus in der Tradition dieser ersten Soldaten: „Sie haben den Aufbau nach dem Krieg geleistet, das Soldatenleben weitergeführt und die Erinnerung daran ist eine Motivation für meinen heutigen Dienst“, erzählt Andrew Kowalski, Funker beim Bataillon Elektronische Kampfführung 931 in Daun. Auch Steffen John Wakeham vom Führungsunterstützungsbataillon 281 in Gerolstein hat sich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt. „Es erfüllt mich Stolz, dass ich heute dabei sein kann. Die Kameraden damals haben das Gleiche gelobt, es ist ein bedeutendes historisches Datum.“ Seine Entscheidung Soldat zu werden sei in seinem Umfeld nicht überall auf Begeisterung gestoßen. Mit seiner Familie und Freunden habe er das Für und Wider diskutiert, seine Mutter sei gegen seine Entscheidung gewesen. „Doch welche Mutter freut sich schon, wenn ihr Kind Soldat wird?“ so der junge Rekrut.

Eine große Aufgabe und Verantwortung

Eine Frau steht an einem Rednerpult

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hält die Gelöbnisansprache (Quelle: PIZ SKB/Alpers)Größere Abbildung anzeigen

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont die historische Bedeutung dieses Moments: „Es ist ein besonderer Ort und ein ganz besonderes Datum, an dem Sie heute ihr feierliches Gelöbnis ablegen.“ Für die junge Bundesrepublik sei damals eines klar gewesen: Die Integration in die westliche Staatengemeinschaft und die Wiedererlangung der Souveränität habe nur mithilfe von Streitkräften gelingen können. So sei die intensive militärische Kooperation einer der Pfeiler für die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen gewesen. Den jungen Rekrutinnen und Rekruten dankt sie dafür, sich öffentlich zu ihrem staatsbürgerlichen Auftrag zu bekennen. Eine große Aufgabe und Verantwortung, der sich die jungen Frauen und Männer stellten. Dreyer verweist auf die zahlreichen Auslandseinsätze, die nicht nur Abwesenheit von Zuhause, sondern auch mit Entbehrungen und Gefahr für Leib und Leben verbunden seien.

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Freiheit verteidigen

Ein Soldat schaut in die Kamera

Mit Stolz dabei: Funker Steffen John Wakeham (Quelle: PIZ SKB/Alpers )Größere Abbildung anzeigen

Freiheit und Frieden seien keine Selbstverständlichkeit, bekräftigt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, das Leben in einem vereinten und friedlichen Europa ein Geschenk. Genau diese Freiheit möchte Funker Wakeham mit seinem Entschluss Soldat zu werden verteidigen – „und zwar nicht nur in Deutschland“, so der 20-Jährige aus Gerolstein. Dass ihr Dienst nicht nur im Inland stattfinden wird, dessen sind sich die jungen Soldaten durchaus bewusst. Flieger Yannick Blancke vom Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun hat sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Für zwölf Monate hat er sich verpflichtet, seine Entscheidung empfindet er als Dienst an der Gesellschaft.

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Damals wie heute ein bewegender Moment

Zivile Personen und Offiziere stehen bei Rekruten mit einer Truppenfahne

Oberstleutnant Kai Lootz, Staatssekretär Markus Grübel, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Generalleutnant Martin Schelleis (v.l.) gratulieren (Quelle: PIZ SKB/Alpers)Größere Abbildung anzeigen

Das Gelöbnis auf dem Marktplatz in Andernach, für die jungen Rekruten etwas Besonderes: „Es ist der wichtigste Tag in der Grundausbildung und wird mir immer in Erinnerung bleiben“, unterstreicht Funker Wakeham. Erinnerungen werden auch bei Oberstleutnant a.D. Wilhelm Straub in diesem Moment wach. „Es ist ein ergreifender Augenblick und natürlich werde ich an meine eigene Zeit erinnert“, so der ehemalige Berufssoldat. Der heute in Mainz Lebende war einer der Männer, die vor 60 Jahren hier in Andernach von Bundeskanzler Adenauer begrüßt wurden. Auf die Frage, was er den jungen Kameraden mit auf den Weg geben könnte, antwortet der 85-Jährige: „Einen Rat zu geben ist sehr schwer: Die Zeiten von damals sind mit den heutigen einfach nicht mehr zu vergleichen.

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Stand vom: 01.07.16 | Autor: 


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