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Hilfe für den Dienstalltag

7.101.682 schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland. Davon nehmen rund 931.000 aktiv am Berufsalltag teil. Auch wenn es nicht immer einfach für diese Menschen mit Behinderung ist, bringen sie jeden Tag ihre volle Leistung. Herausforderungen warten viele auf sie: Wie komme ich zu meiner Arbeitsstelle, ist mein Arbeitsplatz behinderten gerecht oder wird meine Leistung anders als die eines gesunden Mitarbeiters bewertet. Fragen, denen sich auch die rund 900 schwerbehinderten Soldaten in ihrem Dienstalltag stellen müssen. Denn auch sie wollen weiterhin aktiv im Berufsleben bleiben und ihren Teil zur Einsatzbereitschaft der Streitkräfte beitragen.

Mehrere Menschen in einem Seminarraum
Information und Austausch (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Ein großer Unterschied zwischen uns Soldaten, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, und anderen erwerbstätigen Schwerbehinderten ist, dass die Förderung durch die Bundeswehr erst mit dem Weg zur Arbeit beginnt und am Abend an der Wohnungstür endet“, so Oberstleutnant Axel Reiter, einer der Initiatoren eines speziellen Seminars für Schwerbehinderte Soldaten. „Gerade deshalb müssen wir unsere Soldaten informieren, wie diese ihren Dienstalltag besser bewältigen können und was ihnen durch die Förderung der Bundeswehr zusteht.

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Ein Portraitbild
Mitverantwortlich für das Seminar (Quelle: PIZ SKB/Ströter)Größere Abbildung anzeigen

Pilotprojekt

Stabsfeldwebel Reiner, Vertrauensperson im Streitkräfteamt und selbst Betroffener, sowie Reiter und Stabsfeldwebel Thomas Reiner aus dem Streitkräfteamt Dezernat Betreuung und Fürsorge in Bonn sind die Verantwortlichen für die Pilotseminarreihe. Diese wurde vom 4. Oktober bis zum 7.Oktober das erste Mal im Haus des Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel durchgeführt. „Wir wollen vor allem zwei Sachen“, so der Ideengeber Stabsfeldwebel Reiner. „Informieren und den Austausch der Teilnehmer untereinander anregen.“ Dies ist wichtig, denn viele der Betroffenen wissen nicht auf welche gesetzlichen Grundlagen sie sich stützen können, welche Rechte, aber auch Pflichten sie haben oder welche Ansprechpartner für sie die richtigen sind.

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Eine Soldatin hält ein Buch
Eine gesetzliche Grundlage (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Zusätzliche Grundlagen

Neben den umfassenden Vorschriften des Sozialgesetzbuches Neuntes Buch – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, gilt in der Bundeswehr der Fürsorgeerlass. In ihm stehen zusätzliche Hilfen für die Einstellung, Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. „Dies beginnt bei der bevorzugten Bewerbung von Behinderten und endet bei der gesonderten Parkplatzvergabe für gehbehinderte Soldaten und zivilen Mitarbeiter“, so Reiner. „Es regelt aber auch das Beurteilungswesen von schwerbehinderten Menschen.“

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Mehrere Soldaten an einem Tisch
Interessierte Zuhörer (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Leistung gleich Leistung?

Gerade die Frage der Beurteilung ist ein Wichtige“, so einer der Teilnehmer. „Manch Vorgesetzter weiß nicht wie er einen schwerbehinderten Soldaten beurteilen muss, auf was er dabei zu achten hat und wen er alles beteiligen muss.“ So darf zum Beispiel eine quantitative Minderung der Leistung aufgrund der Behinderung dem Betroffenen nicht zum Nachteil ausgelegt werden. „Für die Qualität der Arbeit gilt dies jedoch nicht“, so Oberstleutnant Reiter. „Denn sonst würde ein nicht behinderter Mitarbeiter benachteiligt werden.“ Dieses Wissen soll den Betroffenen helfen ihre beurteilenden Vorgesetzten und Personalführer über die Problematik aufzuklären und besser für ihre Rechte einzustehen.

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Ein Sportler
Sport für Einsatzgeschädigte (Quelle: Bundeswehr/Kemper)Größere Abbildung anzeigen

Behindertensport

Ähnliches gilt im Bereich der Sportausbildung. „Manchen von uns sieht man die Behinderung gar nicht an“, so einer der Teilnehmer. „So denkt mancher Vorgesetzter er könne die gleiche sportliche Leistung von uns verlangen, wie von einem gesunden Soldaten.“ Um sich dennoch körperlich fit zu halten müssen Soldaten mit Behinderung andere Kräftigungsübungen nutzen. Die Teilnehmer des Seminares wurden auch in Teile des Lehrgangs „Sport für Behinderte“ eingewiesen, um ihnen Möglichkeiten an die Hand zu geben mit Sport Krankheitsbewältigung zu betreiben.

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Mehrere Personen in einem Raum
Ausgebuchtes Seminar (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Blick in die Zukunft

Das erste Seminar war bis auf den letzten Platz ausgebucht und ein voller Erfolg“, so Stabsfeldwebel Reiner. „Wir hoffen, dass die nächsten Seminare das genauso sind.“ Weitere fünf vier sind bereits bis Ende 2013 geplant. Danach wünschen sich die beiden Verantwortlichen, dass diese Seminare dauerhaft in die Bundeswehr eingeführt werden. „Und vor allem, dass wir es schaffen, dass auch zivile Mitarbeiter daran teilnehmen können“, so Reiter. „Denn in den deutschen Streitkräften arbeiten rund 9.000 schwerbehinderte zivile Mitarbeiter motiviert und engagiert für die Auftragserfüllung der Bundeswehr.“

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Stand vom: 22.10.12 | Autor: 


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