Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Archiv > 2013 > Januar > Seetransport in die Türkei

Eine logistische Großaktion

Unablässig rollen die olivgrünen Fahrzeuge in den Schiffsrumpf der „Suecia Seaways“. Noch am Abend soll der Frachter, der aufgrund eines Abkommens mit NATO-Partner-Dänemark zur Verfügung steht, mit rund 300 Fahrzeugen und 130 Containern beladen sein und von Lübeck-Travemünde in Richtung Iskenderun in der Türkei ablegen. Die Fracht ist bestimmt für das deutsche Kontingent von rund 350 Soldaten – im Kern zwei Patriot-Feuereinheiten der Luftwaffe. Der Einsatz in der Türkei beginnt für die Bundeswehr mit einer logistischen Großaktion zu Hause in Deutschland.

Mehrere Fahrzeuge auf einem Schiff

Die Fahrzeuge sind verladen. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Etwa 40 Journalisten aus Deutschland, der Türkei und Russland drängen sich im Konferenzraum der Lübecker Hafengesellschaft mit Blick auf die hell erleuchteten Anlegestellen. Etwas entfernt an der Anlegestelle 8 beim Frachter „Suecia Seaways“ herrscht bereits geschäftiges Treiben: „Das Material ist seeverladefähig verpackt und positioniert - wir haben ab 7 Uhr 30 bereits planmäßig begonnen zu beladen“, erklärt Oberst Klaus-Dieter Cohrs, stellvertretender Kommandeur und Chef des Stabes des Logistikzentrum der Bundeswehr in Wilhelmshaven, den Medienvertretern, bevor die Gruppe den Hafenumschlag aus nächster Nähe mitverfolgen wird.

Flash Player nicht vorhanden oder veraltet!

Um diesen Inhalt zu sehen, wird die aktuelle Version benötigt

Link zum Flash Player

Mehrere Fahrzeuge auf einem Schiff

Feldjäger neben Flugabwehr. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Große Vielfalt

Das mediale Interesse an der Verladeaktion ist groß, bereits über den Anmarsch des Materials am Wochenende war ausführlich berichtet worden. Im Zentrum des Interesses sind die Trägerfahrzeuge für das Waffensystem PATRIOT der Flugabwehrraketengruppen 21 (Sanitz) und 24 (Bad Sülze), die sorgfältig aufgereiht auf der Vorstaufläche auf ihre Verladung warten. Bei einem genauen Blick wird die Vielfalt des Einsatzverbands deutlich: die Fahrzeuge der Luftwaffe stehen neben ABC-Spürpanzern vom Typ Fuchs, Fahrzeugen der Feldjäger und Krankenwagen der Sanitäter.

nach oben

Ein Soldat vor einem großen Schiff

Besitzt die notwendige Erfahrung – Oberst Cohrs. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Gefragte Erfahrung

Die verschiedenen Truppenteile haben ihr Material hier nach Travemünde verlegt und es dann in die Verantwortung der Logistikspezialisten der Streitkräftebasis gegeben. Die Federführung liegt beim Logistikzentrum der Bundeswehr, dort hat man die notwendige Erfahrung mit einem Hafenumschlag dieser Größenordnung: „Wir haben den Umschlag in diesem Hafen bereits erprobt. Die Infrastruktur hier ist sehr gut, er liegt günstig zu den Standorten der anderen Truppenteile und bietet ausreichend Platz“, erklärt Cohrs.

nach oben

Zwei Personen in gelben Warnwesten

Die Planung begannen früher. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Schnelle aber zuverlässige Planung

Nach dem Beschluss des Bundestages Anfang Dezember beginnt für Fregattenkapitän Kai Brodowski und seine Kameraden vom Dezernat für Seetransport des Logistikzentrums die heiße Phase: „Wir haben in einer Projektgruppe die Wirtschaftlichkeit und andere Faktoren abgewogen und uns für den Seeweg entschieden. In sehr kurzer Zeit wurde dann geplant, von der Wahl des Hafens und des Schiffes, der Festlegung der Anmarschwege bis zum Umschlag musste alles sehr schnell gehen“, beschreibt der Stabsoffizier. Den Umschlag selbst führen die Soldaten der Umschlagkompanie des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst durch – 60 Männer und Frauen packen an. Die Container verlädt ziviles Personal vom Hafen Lübeck-Travemünde.

nach oben

Zwei Soldaten unterhalten sich

Immer auf aktuellen Stand. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Enge Zusammenarbeit

Direkt an der Anlegestelle steht der stellvertretende Kompaniechef Oberleutnant Thomas Karstens. Seine Soldaten mit den neongelben Warnwesten über der Uniform fahren in geordneten Abständen die Fahrzeuge auf das Schiff, rangieren und machen die Ladung fest – im Fachjargon „laschen“. Die Zusammenarbeit zwischen Umschlagkompanie und Logistikzentrum ist eng, der Umschlag-Soldat auf der Vorstaufläche bekommt seine Anweisungen per Funk vom Lademeister des Logistikzentrums aus dem Bauch des Schiffes. So bewegen sich in einem konstanten Fluss Fahrzeuge und Container in das Schiffsinnere.

nach oben

Ein PATRIOT-Startgerät vor einem Schiff

Die Beladung läuft. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Herausforderungen

„Nächstes Fahrzeug: 10-Tonner“ schnarrt es aus dem Funkgerät von Oberleutnant Karstens. Die letzten Fahrzeuge sollen auf das Schiff. „Die Lastwagen mit drei Achsenanhänger sind besonders schwierig zu verladen, wegen der beweglichen Achsen“, beschreibt der Logistiker eine der Herausforderungen. „Wir versuchen diese so zu stellen, dass wir beim Ausladen nicht allzu lange rückwärtsfahren müssen“, erklärt er. „Zudem ist relativ viel Platz zwischen den Fahrzeugen, denn während des Transports wird relativ starker Seegang erwartet.“ Das gleiche Team wie heute wird auch am Zielhafen die Ladung löschen.

nach oben

Ein Schiff in einem Hafen

Auf der Reise in die Türkei. (Quelle: Bundeswehr/Wendt)Größere Abbildung anzeigen

Der Auftrag geht weiter

Der Umschlag läuft ohne Verzögerung. Nahezu vollbeladen wird die gecharterte „Suecia Seaways“ auf ihre Reise gehen und am 21. Januar im türkischen Hafen Iskenderun erwartet – das Personal kommt per Lufttransport. Für die Logistiker ist der Auftrag dann aber noch nicht erfüllt: „Das Ausladen dauert nochmal etwa einen Tag und die Übergabe an die Truppe etwa zwei bis drei Tage. Pünktlich Anfang Februar ist der Verband dann einsatzbereit“, verspricht Oberst Cohrs.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 25.11.13 | Autor: 


http://www.streitkraeftebasis.de/portal/poc/streitkraeftebasis?uri=ci%3Abw.skb_piz.servic.archiv.2013.jan&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB040000000001%7C93RBLR544DIBR