Kompetenz in der Aufklärung
Die Zentrale Untersuchungsstelle der Bundeswehr für Technische Aufklärung (ZU-StelleBwTAufkl) wurde in den letzten Jahren einsatzorientiert ausgerichtet und hat sich als Bindeglied zwischen technisch-wissenschaftlicher Arbeit und praktischer Umsetzung der Ergebnisse für den Einsatz zum unverzichtbaren Teil des Gesamtsystems Aufklärung weiterentwickelt.

Die Dienststelle ist dem Kommando Strategische Aufklärung seit dessen Gründung Anfang 2002 unterstellt. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und der Wiedervereinigung Deutschlands war es möglich, auf wesentliche herkömmliche Bereiche der Überwachung zu verzichten. Andererseits kamen mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr neue Tätigkeitsfelder hinzu, die wiederum den ganzen technisch-wissenschaftlichen Sachverstand des Personals beanspruchen.
So wurde aus der Dienststelle 1996 die ZU-StelleBwTAufkl. Das bedeutet, dass hier unbekannte elektromagnetische Signale technisch-wissenschaftlich analysiert werden, um dann in der Truppe weiter bearbeitet werden zu können. Dies betrifft das gesamte Spektrum der Fernmelde-, Elektronischen- und Optronischen Aufklärung sowie den Elektronischen Kampf. Das Personal der Dienststelle befindet sich regelmäßig in den Einsatzgebieten, um aktuelle Erkenntnisse zu gewinnen. Damit passt die ZU-StelleBwTAufkl ideal zu den übrigen Verbänden des Kommandos Strategische Aufklärung, die für die signalerfassende und satellitengestützte Aufklärung der Bundeswehr verantwortlich sind.

Spezialisten gefragt
In Hof werden auch Experten für Spezialgebiete der Technischen Aufklärung ausgebildet, neue technische Verfahren mit wissenschaftlichen Methoden entwickelt, Spezialgeräte entworfen und im Einsatz erprobt sowie Kontakte zu wissenschaftlichen und industriellen Einrichtungen gepflegt. Die Zentrale Untersuchungsstelle der Bundeswehr für Technische Aufklärung ist unter der Führung des Kommandos Strategische Aufklärung ein unverzichtbarer Teil des Gesamtsystems Aufklärung. „Die jedem von uns geläufige atemberaubende Entwicklung auf dem Kommunikationsmarkt sorgt dafür, dass es hier niemandem langweilig wird“
, sagt der Dienststellenleiter, Oberst Norbert Reinecke.

Neben dem Zentralbereich, der als Stab mit den einzelnen Führungsgrundgebieten für Personal und Material der Dienststelle zuständig ist, gliedert sich die ZU-StelleBwTAufkl in drei Fachgruppen. In der Gruppe 1 werden Themen von allgemeiner Bedeutung für die Dienststelle behandelt. Es gibt dort die Abteilung, die sich um das ausgedehnte Rechnernetzwerk und die vielfältigen verfügbaren Anwendungsprogramme kümmert. Daneben beschäftigen sich Techniker und Ingenieure mit der Entwicklung und dem Bau spezieller Schaltungen und Geräte, die für die Technische Aufklärung notwendig sind. Weiterhin werden in dieser Gruppe die zahlreichen Spezialaufträge, Konferenzen und Einsätze der Dienststelle koordiniert. Ein Team von Diplomingenieuren und Mathematikern sorgt für die grundsätzliche Entwicklung und Anwendung neuartiger Methoden und Verfahren für die Technische Aufklärung der Bundeswehr.

Analysieren und verstehen
Die Gruppe 2 ist in erster Linie mit der Analyse elektromagnetischer Ausstrahlungen befasst, wie z. B. die Signalgewinnung von modernen Radarsignalen. Das Ziel aller Anstrengungen ist die Möglichkeit, die technischen Eigenschaften der Ausstrahlungen zu verstehen. In der Gruppe 3 geht es um die elektromagnetischen Ausstrahlungen mit Wellenlängen kürzer als wenige Millimeter. Dazu gehört natürlich auch das Licht. In der Fachsprache bezeichnet man die Verbindung von Optik und Elektronik auch als Optronik. Mit Lichtwellen lassen sich eine Fülle von Anwendungen realisieren, die allesamt für die technische Aufklärung von Interesse sind.
Die Neuausrichtung der ZU-StelleBwTAufkl wird sichtbar durch die modernisierte „Antennenlandschaft“ sowie eine Sonderinfrastruktur für den fachlichen Betrieb. Zielsetzung ist die Fortentwicklung der Hofer Dienststelle als die zentrale Ansprechstelle der Bundeswehr für die technisch-wissenschaftliche Analyse in der Fernmelde-, Elektronischen- und Optronischen Aufklärung sowie dem Elektronischen Kampf. Diese einmalige Einrichtung in der Bundeswehr trägt im Aufgabenbereich zur Verbesserung der Führungs- und Überlebensfähigkeit eigener Kräfte bei.





