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Einzigartige deutsch-amerikanische Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik: das George C. Marshall Center

International Netzwerke bilden, Krisen diskutieren, Konfliktmanagement vorbereiten: Das George C. Marshall European Center for Security Studies (kurz: Marshall Center oder GCMC) in Garmisch-Partenkirchen, die weltweit einzige Institution der Nationen Deutschland und Vereinigte Staaten im Bereich Sicherheitspolitik, hat sich dieses Ziel gesetzt. Aufgrund der Relevanz der Themen wird der deutsche Anteil an dieser internationalen Fakultät mit zivil-militärischer Zusammensetzung bald in Form eines neuen Memorandum of Agreement erhöht.

Menschen sitzen in großem Plenarsaal.

Die Teilnehmer der Seminare kommen aus aller Welt. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Das Bundesministerium der Verteidigung will diese Einrichtung noch intensiver zur Abbildung deutscher und europäischer Sicherheitsinteressen nutzen und verhandelt dazu über eine finanzielle und personelle Aufstockung“, erklärt Brigadegeneral a. D. Berger, Vize-Direktor des GCMC. „Diese Fakultät ermöglicht es, neben dem bereits erfolgreich praktizierten Netzwerkansatz mit über 10.000 Beteiligten, darunter wichtigen Staatsschefs und Ministern, einen informellen Austausch zwischen Staaten mit Konflikten zu verwirklichen.“ Eine partnerschaftliche deutsch-amerikanische Kooperation zu fördern ist eine weitere Motivation, die hinter der stärkeren Beteiligung steht. Gegenseitiges Verständnis für die Verbreitung von Frieden in der Welt soll mit einem sichtbaren Zeichen unterstützt werden.

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Eingebettet in die Realität

Ein Soldat spricht mit einer zivilen Frau.

Oberst Kunze im Gespräch mit einer Lehrgangsteilnehmerin. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Der deutsche Anteil gehört zur Streitkräftebasis (SKB). Hier arbeiten Stabsoffiziere, die sich den Themen im Spiegel der Zeit in vielfältiger Form widmen. Oberst i. G. Jörg Kunze zum Beispiel leitet das Seminar „Regionale Sicherheit“, das 2016 zum vierten Mal stattfindet. „Aktuelle Ereignisse sind ein wichtiger Bestandteil dieser sicherheitspolitischen Fortbildung, diese machen den Kurs besonders reizvoll für die 42 Teilnehmer aus 26 Ländern, Regierungsvertreter, Streitkräfteangehörige und Mitglieder verschiedener Ministerien.“ Von großer Relevanz sind angewandte Fallstudien. Nach der Einführung in die Grundlagen analysieren die Teilnehmer eigenständig aktuelle, aber auch zurückliegende Konflikte wie in Libyen, Bosnien-Herzegowina, Georgien oder Syrien.

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Im Interview: Oberst i.G. Jörg Kunze

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Praktischer Lernerfolg

Zwei Frauen sitzen über Tastatur gebeugt und arbeiten zusammen.

Teilnehmerinnen aus der Seminargruppe erarbeiten Lösungsansätze. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Alle Gruppen erstellen hierzu Analysen in Bezug auf die unterschiedlichen Interessenlagen, untersuchen Lösungsansätze und daraus ableitbare künftige Entwicklungen. Dadurch entsteht eine immense Identifikation mit dem Prozess, die Lehrgangsteilnehmer lernen, neue Perspektiven einzunehmen.“ Die Vielfalt der Teilnehmer und der praktische Charakter der Übungen sind laut Kunze wichtige Faktoren für die Personal entsendenden Länder. „Es geht nicht nur um die Lösungsfindung für eine Krise, sondern um das Erlernen des Handwerkszeugs zur Analyse eines regionalen Konflikts“, betont Oberst Kunze.

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Renommierte Gäste referieren

Frau spricht am Rednerpult in ein Mikrofon.

Oksana Syroid, stellvertretende Sprecherin des ukrainischen Parlaments, trägt vor. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Der Kurs zielt darauf ab, traditionelle Positionen immer wieder zu hinterfragen und kritisches Denken zu unterstützen. Besondere Anregungen erhalten die Teilnehmer dabei durch renommierte Gastredner, die unterschiedliche Perspektiven darlegen: beispielsweise bei der Analyse des Ukraine-Konflikts. Oksana Syroid, stellvertretende Sprecherin des ukrainischen Parlaments, erläutert die aktuelle politische Sichtweise des ukrainischen Parlaments und vergleicht diese mit der historischen Betrachtung aus der Sicht Russlands auf die Ukraine. Daraus leitet sie aktuelle Verhandlungsmöglichkeiten ab und betont, wie wichtig Institutionen wie das GCMC als Plattform für derartige Überlegungen seien. Sie selbst ist Alumni des GCMC und hat persönlich erlebt, welche Rolle es spielen kann, wenn Seminarteilnehmer ihre multiperspektivische Denkweise, ihr Wissen und ihr Netzwerk mit in ihre Heimat nehmen.

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Keine Scheu vor Konflikten

Aufmerksam lauschende Zuhörer.

Zuhörer lauschen gespannt Generalleutnant a. D. Evgeny P. Buzhinsky. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Außerdem kommen der US-Botschafter Geoffrey Pyatt in der Ukraine und der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Ihor Dolhov zu Wort. Ans Rednerpult tritt auch der frühere russische Generalleutnant Evgeny Buzhinsky, Vorsitzender des Exekutivausschusses einer Nicht-Regierungsorganisation. Mehrere ukrainische Militärangehörige sitzen im Saal, was unterschiedliche Positionen zulässt und bewusst gewollt ist. Die Seminarleitung beabsichtigt damit, dass die Diskussion Teilnehmer mit unterschiedlichen Perspektiven näher zusammen bringt, allein der Austausch auf verschiedenen Ebenen trägt schon dazu bei, sich Konflikten neu zu nähern.

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Kooperationen der Zukunft

Soldat steht vor Poster in verschiedenen Sprachen.

Oberst Kunze steht vor Poster des Seminars „Regionale Sicherheit“. (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Die hochrangigen Redner in dieser Dichte und diese vielfältigen Themen sind ebenso wie der breite Fokus ‚Konfliktmanagement‘ einzigartig“, erklärt Oberst Kunze. In früheren militärischen Verwendungen, die ihn unter anderem nach Italien, in den Iran und nach Österreich führten, hat er sich viel Expertise im Bereich Sicherheitspolitik angeeignet. Als Tutor hat er das Innenleben der Ausbildungseinrichtung Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) kennen gelernt. „Ich könnte mir künftig eine noch bessere Verzahnung mit der Führungsakademie und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) vorstellen. Wir haben attraktive Projektangebote, die sich durchaus in diese beiden Institutionen integrieren ließen.“

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Positive Resonanz

Soldaten im Publikum hören einem Redner zu.

„Regionale Sicherheit“ ist Teil des Studiums von Major Schiller (rechts). (Quelle: GCMC)Größere Abbildung anzeigen

Major Oliver Schiller besucht das Seminar „Regionale Sicherheit“ als einen Teil seines Masterstudiengangs „Internationale Security Studies“. Er ist begeistert von diesem Studiengang, den die Universität der Bundeswehr München einrichtete. Die SKB hat den Offizier vom Zentrum Operative Operation aus Mayen als ersten deutschen Teilnehmer ausgewählt. „Der Studiengang ist interessant und vielseitig, ich schätze besonders den praktischen Anteil“, sagt Schiller, der seit Herbst Vorlesungen besucht. Die Seminare des GCMC stehen ansonsten insbesondere Bundeswehr-Angehörigen offen, die im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik eingesetzt sind. „Wir werben für eine aktive Teilnahme“, betont Oberst Kunze, „von dem Meinungs- und Gedankenaustausch, um gemeinsam friedliche Lösungen für Konflikte zu finden, kann jeder profitieren.“

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Stand vom: 01.07.16 | Autor: 


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