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Interview mit einem Wasseraufbereitungsfeldwebel

Wasser ist sein Geschäft – Oberfeldwebel Jens Tiesmeyer ist Wasseraufbereitungsfeldwebel im Spezialpionierbataillon 464 in Speyer. Mit der Wasseraufbereitungsanlage WTC 1600 kann er mit seinem Team bis zu 1.600 Liter pro Stunde in Trinkwasserqualität wiederaufbereiten.

Ein Soldat hält ein Wasserglas in der Hand
Sorgt für Trinkwasser – Oberfeldwebel Tiesmeyer. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Herr Oberfeldwebel Tiesmeyer, Sie sind Wasseraufbereitungsfeldwebel im Spezialpionierbataillon 464 in Speyer. Schildern Sie uns doch einmal Ihre Tätigkeiten im Inland?

Im Inland sind meine Tätigkeiten im wesentlichem die Führung und Erziehung sowie die Ausbildung der Soldaten meiner Gruppe. Wir üben den Umgang mit unserem Gerät und den Anlagen. Das beginnt mit dem Auf- und Abbau, dem Betrieb, und endet bei der Pflege und Wartung des Materials. Ebenso üben wir die Zusammenarbeit mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr, die das Wasser und das Material beproben.

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Ein Soldat wirft eine Pumpe in ein Wasserbecken.
Der Auf- und Abbau funktioniert. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Welche Aufgaben kommen im Einsatz zusätzlich auf Sie zu und wie unterscheiden sich diese sich von der im Inland?

Im Einsatz ist alles was wir in Deutschland nur üben Realität. Daraus ergibt sich für uns eine sehr große Verantwortung. Wir produzieren mit dem Trinkwasser ein Lebensmittel, mit dem wir mehrere hundert Soldaten versorgen und wenn da etwas schief geht spüren das alle Soldaten. Zudem unterschieden sich die Rahmenbedingungen wie Klima, Versorgung mit Ersatzteilen und Betriebsstoffen erheblich. Im Einsatz sind die meisten Anlagen schon aufgebaut und produzieren Wasser, daher müssen wir diese selten auf- oder abbauen. Dafür ist die Pflege, Wartung und Instandhaltung ein wesentlicher Faktor. Dabei sind oft Kreativität und Improvisationstalent gefordert. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit dem Leitenden Sanitätsoffizier, den Hygienikern und Veterinären. Diese untersuchen die Qualität des Wassers und prüfen ob das Wasser als Trinkwasser geeignet ist.

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Ein Soldat an einer Schalttafel
Am Material geschult. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Welche Ausbildungen haben Sie durchlaufen, um die Trinkwasser-aufbereitungsanlage zu betreiben? Welche weiteren Lehrgänge haben Sie in diesem Bereich noch absolviert?

Meine militärische Ausbildung bestand zunächst aus der Ausbildung zum Feldlagerbetriebsfeldwebel. Im Anschluss daran habe ich einen vierwöchigen Lehrgang zum Wasseraufbereitungsunteroffizier und einen zweiwöchigen Lehrgang zum Wasseraufbereitungsfeldwebel durchlaufen. In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich eine zivile Ausbildung zum Wassermeister absolviert und bin jetzt fachspezifisch voll ausgebildet.

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Eine Wasseraufbereitungsanalage
Bis zu 32.000 Liter täglich. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Können Sie uns kurz die Besonderheiten der Trinkwasser-aufbereitungsanlage schildern?

Mit der Wasseraufbereitungsanlage WTC 1600 können wir fast jedes Wasser aus Oberflächengewässern wie Flüssen, Seen, Meerwasser sowie Brunnenwasser zu Trinkwasser aufbereiten. Dabei kann das Wasser biologisch, chemisch, sogar radioaktiv kontaminiert oder salzhaltig sein. Bei einer stündlichen Produktionsmenge von bis zu 1.600 Liter, können wir so täglich, mit der Wasseraufbereitungsanlage WTC 1600 bis zu 32.000 Liter Trinkwasser gemäß deutscher Trinkwasserverordnung produzieren. Trinkwasser, das im Einsatzland dringend benötigt wird.

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Ein Soldat dreht an einem Ventil
Unterstützung im Katastrophenfall. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Speyer ist ja auch ein ZMZ - Stützpunkt. In wie fern könnten Sie in einem Katastrophenfall mit Ihren Aufgaben Unterstützung für die zivilen Behörden leisten?

Wenn in einem Katastrophenfall die Bundeswehr zur Unterstützung angefordert wird, könnten wir natürlich bei Problemen in der zivilen Trinkwasserversorgung mit der Produktion von Trinkwasser unterstützen. Dabei können wir mit einem Teil unserer Anlage völlig unabhängig von bestehender Infrastruktur wie Rohwasserförderung, Stromversorgung oder Wasserversorgungsnetz arbeiten und produzieren.

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Ein Soldat vor einer Wasseraufbereitungsanlage
Stolz auf seine Arbeit. (Quelle: PIZ SKB/Wanninger)Größere Abbildung anzeigen

Was macht für Sie die Arbeit als Wasseraufbereitungs-feldwebel aus?

Die Arbeit mit Mensch und Material ist immer wieder eine Herausforderung. Nur wenn das im Einklang ist, ist eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser möglich.

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Stand vom: 08.08.12 | Autor: 


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